Kameraweltmarkt

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    • Das, was im Moment zu sehen ist, ist erst der Anfang vom Anfang. Der menschliche Verstand ist nicht darauf ausgerichtet, exponentielle Entwicklungen zu begreifen, da in der Natur lineare Entwicklungen vorherrschen. Die Fotografie mit Smartphones wird noch in völlig andere Sphären vordringen, die heute noch gar nicht abzusehen sind. Beliebige Schärfentiefe, beliebige Schärfeebenen und beliebige Bildeindrücke im Nachhinein bilden da sicher erst einen ersten Anfang. Und es wird sicher auch nicht mehr allzu lange dauern, bis man nicht einmal mehr ein Smartphone benötigt. Wie sehr Elektronik und Algorithmen in Zukunft eine Rolle spielen werden, kann man sich dieser Tage am Beispiel des Fotos vom Schwarzen Loch vergegenwärtigen. Die Aufbereitung von unfassbaren Datenmengen liefern Bilder, die man bis kurz vorher für nicht machbar gehalten hat.
    • Schwer zu sagen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Bedeutung der Fotografie (unabhängig vom Aufnahmemedium) so bleibt, wie sie ist oder ob es sich verbraucht, unsere schöne Welt in immer surrealeren Bildern abzubilden. Und auch die Selbstbespiegelung des eigenen (Er-) Lebens hat natürliche Grenzen. Nämlich, dass das alles niemand mehr ansieht, niemand mehr ansehen kann. In der Inflation der Bilder verlieren die Bilder an Wert. Von meiner Mutter habe ich nur eine Hand voll Fotos. Von meinem Vater nur ein paar mehr. Wieviel mir die Wert sind, muss ich nicht beschreiben.

      Aber wir fotografieren inflationär und irgendwann nur noch für uns selbst. Kennt jemand den Film 'Bis ans Ende der Welt' von Wim Wenders?
      www.stefansenf.de
      Ich moderiere in grün, der Rest ist nur meine Meinung ;-)
      Ricoh Theta V | Pentax KP, 10-17, 18-300, 15, 21, 35, 55, 70 und Lensbaby | Samsung NX1000 und NX300 mit 16, 16-50, 20-50 und Altglas
    • Ich kenne den Film.

      Was Du über die Bilder Deiner Eltern schreibst, schließt den Kreis.
      Das Inflationäre der Banalität, die Selbstinszenierungen, die Flut an miesen und letztlich surrealen, irrelevanten und inhaltsleeren Bildern machen - für mich - den technischen Fortschritt uninteressant. Ich fahre auch nicht freiwillig die Ruhrautobahn A40 im Berufsverkehr - und gucke mir dann Zuhause noch Videoaufnahmen aus Dashcams anderer Fahrer vom gleichen Stau an.

      Ständig lese ich, die Sensoren meiner Kameras seien veraltet. Nur merke ich selbst nichts davon...
    • le spationaute schrieb:



      Aber wir fotografieren inflationär und irgendwann nur noch für uns selbst.
      Keine Ahnung für welche Bühne ihr fotografiert, aber ich denke, dass ein sehr großer Teil der heute gemachten Bilder in erster Linie für den Eigenbedarf gemacht werden. Es werden zwar sicher auch viele Bilder in sozialen Medien, Fotoplattformen oder Foren veröffentlicht, aber wie viele sind denn da und schauen die sich ernsthaft an.

      Ich erreiche zum Beispiel xfach mehr Clicks, wenn meine Bilder schmückendes Beiwerk eines Reiseberichts werden, als auf reinen Bildplattformen. Liegt aber sicher auch daran, dass ich eben nicht der begnadete Hobbyknipser bin und auch nur beliebige Massenware liefere, die nicht selten erst im geeigneten Kontext wirkt.

      Die hier angesprochenen Trends zum surrealen sind auch keine wirklich neue Entwicklung, HDR und Co waren vor 10, 15 Jahren schon groß in Mode und waren spätestens Ende der 2000er Mainstream.
      Das ist eben der Fluch des Fotobooms und der totalen Verfügbarkeit digitaler Bilder. Es gibt einfach kaum ein Motiv mehr, dass nicht schon hochklassig fotografiert wurde.
      Daher ist es auch so schwierig mit Bildern noch Aufmerksamkeit zu generieren. Ich fotografiere zum Beispiel schon länger fast nur noch das, was für mich einen Wert hat. Hat aber mit Sicherheit vor allem damit zu tun, dass ich gar nicht mehr die Zeit dafür habe.
    • Axel schrieb:

      Das hat doch jetzt aber nichts mehr mit dem Kameramarkt zu tun.
      Das muss ich zugeben. Trotzdem noch eine Antwort:

      tassetee1 schrieb:

      Keine Ahnung für welche Bühne ihr fotografiert, aber ich denke, dass ein sehr großer Teil der heute gemachten Bilder in erster Linie für den Eigenbedarf gemacht werden. (...) Ich fotografiere zum Beispiel schon länger fast nur noch das, was für mich einen Wert hat.
      Ich meinte genau diesen 'Eigenbedarf'. Aber nicht im Sinne von 'für mich' sondern eher im Sinn von 'für mein unmittelbares Umfeld. Meine Frau, meine Kinder, meine Familie'. Erst dann kommen die öffentlicheren Nutzungen. Auch für diesen 'Eigenbedarf' sind zwanzig-, dreissigtausend Bilder pro Jahr zu viel. Wer sichtet die, wer mistet die aus? Das sind so viele, dass das einzelne Bild total an Wert verliert.
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    • le spationaute schrieb:

      Axel schrieb:

      Das hat doch jetzt aber nichts mehr mit dem Kameramarkt zu tun.
      Das muss ich zugeben. Trotzdem noch eine Antwort...
      Ich habe meine Fotografie Stück für Stück geordnet nach dem was mir freude bereitet und den für mich nützlichen Neuerungen
      auf dem Hardwaremarkt. Das kann ich nur jedem empfehlen denn nur so kommt ein individuelles setup heraus das dann auch passt.

      le spationaute schrieb:

      für diesen 'Eigenbedarf' sind zwanzig-, dreissigtausend Bilder pro Jahr zu viel. Wer sichtet die, wer mistet die aus?
      Bei mir sind es zwei bis drei Bilder pro Fotoeinsatz, vielleicht 20 im Monat. In der Familie und im Freundeskreis hat jeder seine
      eigene Knipse. Gottseidank :)

      Der Segen der vielfältigen neuen Möglichkeiten kann doch nicht zum Frust führen nur weil die eigene Orientierungslosigkeit
      zunimmt?

      ernst.w schrieb:

      dasss „Fotografie sich immer weiter von der Realität entfernt. Und das meine ich keinesfalls im künstlerischen Sinn. „HDR rulez!“ und so...
      Die Kunst ist eben das Nützliche vom Unnützen zu trennen. Trends und Auswüchse muss doch keiner mitmachen.
    • Mhhh, je länger man darüber nachdenkt, wie sich der Kameramarkt zukünftig vielleicht entwickeln könnte, desto mehr Gedankenspiele fallen einem dazu ein, was vielleicht alles mal möglich sein mag. Interessant finde ich dabei die Betrachtung wirtschaftlicher vs. emotionaler Interessen. Es lässt sich immer wieder gut beobachten, dass eine beliebige Technologie, ist sie erst einmal den Kinderschuhen entsprungen, meist bis zum geht nicht mehr ausgereizt wird, gleichzeitig entstehen dann oft ganz neue Technologien quasi parallel, und dann switcht das plötzlich zugunsten der neuen Technologie. Die bis dato marktführenden Hersteller, die noch immer die alte Technologie auspressen und dabei den Wandel verschlafen bzw. ignorieren, haben dann meist große Probleme, sich neuen Technologien und Trends anzupassen und auch dort ganz vorne mitzuspielen. Doch was führt speziell auf dem Kameramarkt zum Wandel? Ist es der technische Fortschritt, sind es Trends, sind es neue/andere Käuferschichten, die da plötzlich "erschlossen" werden?

      Ich frage alle möglichen Leute immer wieder mal, warum sie denn eigentlich fotografieren, ganz gleich, mit welchem Gerät und mit welchen qualitativen Ansprüchen. Wozu überhaupt Kameras, wozu fotografieren? Braucht man das denn überhaupt und wenn ja, warum eigentlich? Die Antworten sind dann vielfältiger Natur, aber wirken auf mich dennoch irgendwie oberflächlich.
      • "Die Technik ist halt da, also nutze ich sie. Ist doch egal, ob man das braucht. Fotografieren, weil es eben geht, Spaß macht, schöne Bilder gibt ... usw. usf."
      Aber genau das macht mich nachdenklich, denn das klingt für mich so ein wenig, als würden die Leute nur darauf warten, dass irgendwer etwas mit einem "haben wollen" Faktor produziert, das man dann kaufen kann. Wofür es gut ist und ob man das überhaupt braucht, scheint erst an zweiter Stelle zu stehen. So frage ich mich z.B., ob die Verfügbarkeit von digitaler Kameratechnik und der daraus entstandene Boom der letzten Jahre wirklich darauf basierte, dass die Menschen in der analogen Zeit so sehnsüchtig darauf gewartet haben? Oder ist es vielleicht eher so gewesen, dass viele erst mit dieser neuen Technik überhaupt auf den Geschmack gekommen sind, obwohl sie davor kaum etwas mit Fotografie am Hut hatten?

      Und das ist wirklich interessant, denn es macht einfach einen Unterschied, ob man z.B. von der analogen Fotografie samt diy-Filmentwicklung kommt und sämtliche Entwicklungsschritte bis zum heutigen Tage mitgemacht hat oder ob man z.B. zu denen gehört, die das Thema Fotografie vielleicht erst jetzt für sich entdecken, wo leistungsstarke Smartphone-Kameratechnik verfügbar wird. Und wie so oft kann es gut sein, dass mit eben dieser erst jetzt verfügbaren Technik plötzlich Dinge machbar werden, die man deshalb bisher gar nicht auf dem Radar hatte, und was der Fotografie vielleicht eine völlig neue Richtung geben könnte.

      Daher frage ich mich gar nicht so sehr, in welche Richtung sich die Kameratechnik entwickeln mag, sondern viel mehr, wo ich dabei bleiben werde? Letztendlich ist es die letzten Jahre eine ständige Anpassung gewesen, erst von analog zu digital, dann das ständige Aufrüsten von Soft- und Hardware, das Aneignen von Knowhow, um "mehr rauszuholen" usw. Mit meiner alten Kamera und dem großen Stativ bin ich eigentlich schon ein Dinosaurier unter den Fotografen, auch mein ganzes mühsam erworbenes Wissen, "wie man das letzte Quäntchen aus den Daten rauspressen kann", scheint langsam aber sicher überholt von aktueller Technik.

      Für mich persönlich ist halt auch der Weg ein großer Anreiz, die Kamera mag "nur" das Werkzeug sein, aber das Team ist immer noch die Kamera und ich. Doch genau das scheint sich zunehmend zu verändern. Die Technik übernimmt immer mehr das Denken, die Aufbereitung der Daten, die Optimierung, und wenn dann noch etwas hakt, hilft Software XYZ samt KI und "macht die Haare schön", ganz automatisch. Fein. Und viele finden genau das toll, man muß nichts mehr lernen, nicht mehr allzu viel können, einfach nur noch auf einem Touchdisplay das gewünschte Objekt grob auswählen und per Sprachbefehl auslösen, fertig. Von den Autos kennt man das ja schon, früher ist man selbst gefahren, heute wird man gefahren, und das Dank moderner Technik meist besser, als man das selbst je zustande bringen könnte. Das ist bequem und effizient, keine Frage. Aber der Spaß am modernen Fahren ist mir schon lange vergangen. Wozu braucht es mich da eigentlich noch? Der Wagen würde auch ohne mich in Bestzeit zum Ziel finden. Wird das mit den zukünftigen Kameras vielleicht ähnlich verlaufen, der Fotograf als Balast für die Technik, die eh alles besser kann?

      Sicher, wir Hobbyfotografen, Amateure und Profis haben auch das "Sehen" gelernt und wissen, dass Technik gerade in der Fotografie nicht alles ist. Aber sind wir hier tatsächlich die Zielgruppe, mit der die Industrie in der Zukunft Gewinne generieren kann? Sind wir es, für die die neuen Technologien entwickelt werden? Oder werden wir es sein, die vor der Wahl stehen werden, mit der Zeit zu gehen, sich anzupassen und alte, vertraute und lieb gewonnene Technik loszulassen, während andere eine neue Richtung vorgeben, der dann zu folgen ist, mit vielleicht ganz anderen Ansprüchen und Prioritäten, als wir sie heute haben? Nur mal so ein Gedanke ...


      Und meine 2 Cents zum spannenden Thema :smile:


      Mit liebem Gruß
      Frank
      Der Augenblick ist jenes Zweideutige, darin Zeit und Ewigkeit einander berühren. Kierkegaard
    • Zu deinen letzten Fragen, ob wir es sind, für die gebaut wird, kann man seitens der Fotoindustrie aktuell ganz klar ja sagen. Die Konzepte haben sich in den letzten 15 Jahren nicht wesentlich geändert. Ob man jetzt durch einen Spiegelsucher schaut oder einen EVF hat, ist für mich jedenfalls keine grundsätzliche Konzeptänderung.
      Kameras müssen heute genauso umständlich mit viel Wissen bedient werden, wie es die letzten Jahrzehnte üblich war.
      Eben genau darin liegt ja für Ottonormalverbraucher das Problem. Warum muss aus trivialen Einstellungen eine Wissenschaft gemacht werden. Ich denke da aktuell an den Bokeheffekt.
      Die Smartphones zeigen es aktuell, wie einfach und spielerisch man damit umgehen kann. Und mit jedem doofen Bild, wo der Effekt einigermaßen passabel umgesetzt wurde, verabschiedet sich der Nutzer der Handyknipse ein Stück weit weiter vom Kauf einer klassischen Kamera, für die erstmal eine Technik und Physikschulung notwendig ist, bis sie verstanden wird.

      Von daher ja, die Industrie baut aktuell noch für uns, aber ob wir mittel- und langfristig im Focus bleiben können, entscheiden die Verkaufszahlen.
    • tassetee1 schrieb:

      ... Warum muss aus trivialen Einstellungen eine Wissenschaft gemacht werden. ...
      Guter Satz. Obwohl man ihn nicht nur im Fokus künstlich intelligenter Automatiken verstehen kann, sondern auch hinuntergebrochen auf dass, was Fotografie letzlich ausmacht: die bestmögliche Lichtmenge im passenden Fokus im richtigen Augenblick. Mehr ist es nicht.

      Verschlusszeit - Blende - Fokus. Dazu noch ISO bzw. Empfindlichkeit.

      Punkt.

      Wenn ich in einem mittlerweile 40 Jahre alten Mercedes W123 fahre, habe ich Gas, Bremse, Kupplung, Schalthebel, Lenkrad. Dazu Lichtschalter, Blinker, Scheibenwischer und Hupe. Klima? Fenster auf.

      Punkt.

      In einer aktuellen E-Klasse habe ich mehrere Handbücher, so dick wie die Telefonbücher von Bielefeld oder Nürnberg.

      Was Fotografie betrifft, ist der eigentlich revolutionäre Punkt das heute übliche teilen der Bilder.
      Alles andere, die Menge an Menüpunkten, optischer Sucher oder EVF, AF-Tracking, Fratzen-Detection und so weiter sind eigentlich nur Füllstoff.
      Denn letztlich geht es immer noch nur um :

      Verschlusszeit - Blende - Fokus. Dazu noch ISO bzw. Empfindlichkeit.

      Ständig lese ich, die Sensoren meiner Kameras seien veraltet. Nur merke ich selbst nichts davon...
    • @tassetee1 hat einerseits recht, anderseits hat sich mit Auto-ISO, Gesichtserkennung etc. viel getan.
      Ich glaube, dass das im Post gewünschte auch nicht viel Effekt auf den Käufer unter 30 hätte.
      EIN Gerät für alles zu haben, ist halt für viele unwiderstehlich. Das bedrängt nicht nur den Kameramarkt. Wer hat heute noch einen Organizer neben dem Schlaufon?
      Von mir eingestellte Bilder dürfen bearbeitet und bei dft gezeigt werden.
    • @Picturehunter: Das war mein 'Beitrag der Woche', danke Dir. Nachdenkstoff.

      Ich hänge zur Zeit am Begriff der Niederschwelligkeit. Das Konzept der Niederschwelligkeit hat eine relativ unwiderstehliche Ausstrahlung und macht allem Konkurrenz, was Wissen, Technik, Konzentration, Ausdauer oder Beharrungsvermögen verlangt. Smartphones sind die manifestierte Niederschwelligkeit. Niederschwelliger als Buch, Zeitung, persönliches Gespräch, niederschwelliger als Computer, Kamera, Fernseher. Sie sind immer und überall verfügbar und servieren Häppchenkost, die immer geht. Ein Häppchen Info, ein Häppchen Persönliches, ein Häppchen Fotografie, ein Häppchen Musik, immer nur ein kleines Häppchen.

      Da fällt mir Monty Pythons Sinn des Lebens ein. Das Pfefferminzoblätchen:
      "Wirklich, ich kann keinen Haps mehr essen. Ich bin absolut gemästet. Schwirr ab."
      "Oh Sir, nur eins!"
      "Uff. Na gut, aber nur eins."
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    • tassetee1 schrieb:

      Kameras müssen heute genauso umständlich mit viel Wissen bedient werden, wie es die letzten Jahrzehnte üblich war.
      Ich weiß nicht, wann dein Fotografendasein begonnen hat. Aber mal ganz abgesehen von Plattenkameras sind aktuelle Geräte doch WEIT einfacher zu bedienen als z.B. Topkameras der Sechziger Jahre.

      Die Belichtungsmessung (Automatik) hat eine Präzision erreicht, wie ich sie mir anno 1960 nicht mal erdenken hätte können. Damals Selen-Belichtungsmesser, heute Belichtungs-computer, die so präzise arbeiten, dass ich nicht mal mehrt an den Reglern drehen müsste.

      Die Schärfemessung? Nun, denk mal nach... Heute Autofokus vielfältiger Art. Und präziser als das menschliche Auge.

      Etc. Gut, die Motivklingel. Auf die warten manche heute noch.


      tassetee1 schrieb:

      Warum muss aus trivialen Einstellungen eine Wissenschaft gemacht werden. Ich denke da aktuell an den Bokeheffekt.
      Nun zähle ich das Bokeh nicht gerade zu den trivialen Einstellungen. Auch würde ich hier gerne selbst Einfluss nehmen, um nicht auch noch Bidaufbau und Sichtweise den Robotern überlassen zu müssen.

      tassetee1 schrieb:

      Von daher ja, die Industrie baut aktuell noch für uns, aber ob wir mittel- und langfristig im Focus bleiben können, entscheiden die Verkaufszahlen.
      Die haben eigentlich schon entschieden. Und so mancher Hersteller hat das auch schon (widerwillig) begriffen. WIR sind nicht mehr die Zielgruppe, mit der Geld verdient wird. Dazu sind WIR als Gruppe viel zu klein. Die meisten Hersteller suchen auch bereits nach dem Stein der Weisen, finden aber immer nur Kiesel, die bis morgen reichen. Aber die Marktbereinigung ist im Gang.
      Liebe Grüße
      Ernst
      weinzettl.info

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ernst.w ()

    • @ernst.w
      Nichts für ungut, aber die 60er Jahre sehe ich nicht als Maßstab. Es wäre schlimm, wenn sich seit den 60er Jahren nichts getan hätte. Allerdings haben die 60er Jahre vor fast 60 Jahren angefangen, wenn man sieht, wie sich andere Technik weiterentwickelt hat, ist am grundsätzlichen Bedienkonzept einer Kamera eher wenig geändert worden.
      Nebenbei sprach ich von den letzten Jahrzehnten, damit sind auch tatsächlich die letzten Jahrzehnte gemeint gewesen, also zum Beispiel die 2000er und 1990er Jahre. In diesen fast 30 Jahren hat sich am Bedienkonzept wenig weiterentwickelt. Kameras sind zu wenig intuitiven Featuremonstern geworden, wo der wenig bis mittelmäßig Interessierte völlig mit überfordert ist

      Natürlich gibt es heute eine gut funktionierende Belichtungsautomatik und viele andere Features, die das Fotografenleben einfacher machen. Und dennoch bleibt es bei relativ hohen technischen Anfangshürden, die rein gar nicht mit einem intuitiven Einstieg in die Fotografie zu tun haben.

      Will ich ein Produkt in großen Stückzahlen verkaufen, muss ich mich auf die Wünsche der Zielgruppe einstellen und das als Entwicklungsziel ausgeben. Das machen die Smartphonehersteller ziemlich konsequent.

      Und wenn ich meine 67 Jahre alte technisch überhaupt nicht interessierte Mutter dabei beobachte, wie sie mit ihrem 150€ teuren Xiaomi Smartphone für sie völlig ausreichende Porträts mit Bokeheffekt erstellt, dann ist offensichtlich, dass es der Fotoindustrie mittelfristig noch viel schlechter als heute gehen wird.

      Entweder sie stellen sich darauf ein und bieten der Masse einen einfach vernetzbaren Mehrwert an Kamera oder sie müssen sich auf die kleine Randgruppe einstellen, die Fotografie erlernen und verstehen möchte.
      Welche und wie viele Hersteller dafür ausreichend Platz im Markt haben werden, ist sehr fraglich.

      Wenn jetzt noch echte Zoomobjektive in akzeptabler Qualität, wie beim aktuellen Huawei Topmodell flächendeckend eingesetzt werden, wird die letzte Bastion der Kompaktkameras auch noch gestürmt.
    • tassetee1 schrieb:

      Will ich ein Produkt in großen Stückzahlen verkaufen, muss ich mich auf die Wünsche der Zielgruppe einstellen und das als Entwicklungsziel ausgeben.
      Ja, aber die Frage ist halt, wer wird diese Zielgruppe sein? Nein, eigentlich ist das keine Frage, die "Generation Smart" ist noch lange nicht gesättigt ...

      tassetee1 schrieb:

      Entweder sie stellen sich darauf ein und bieten der Masse einen einfach vernetzbaren Mehrwert an Kamera oder sie müssen sich auf die kleine Randgruppe einstellen, die Fotografie erlernen und verstehen möchte.
      Die Industrie hat sich m.M.n. doch schon längst eingestellt, es wird jetzt zu einer Frage für all die Fotografen, die noch mit "herkömmlicher Hardware" unterwegs waren und sind, ob und wie es zukünftig weitergehen kann.
      Wenn schon Samsung keine Zukunft bei seiner NX Serie (Smartfunktionalität kombiniert mit dedizierter Hardware) gesehen hat, wer sollte es dann tun?

      Wenn die Smart-Technik erstmal so weit ist, dass auch die anspruchsvollsten Fotografen keinen Grund mehr sehen werden, mit dem dedizierten Geraffel zu arbeiten, dann wird ein weiteres Kapitel der "Fotografiegeschichte" zu Ende gehen. Man sollte dabei auch nicht vergessen, dass auch die kommerziellen Ansprüche einem Wandel unterliegen. Smartphone-Fotografie ist doch schon jetzt in vielen Branchen nicht unüblich und völlig ausreichend.
      Wie sonst hätte z.B. das MP3 Format derart schnell die Audio Welt auf links drehen können, trotz aller Bedenken und Widerstände? Das wird m.M.n. auf dem Fotomarkt den gleichen Weg gehen ...

      Nein, die neue Technik ist m.M.n. nicht für uns Fotografen gemacht, sondern sie ist für den Massenmarkt gedacht, wir Fotografen werden es sein, die sich anpassen müssen oder die den Weg eben nicht mitgehen und bei der gewohnten Technik bleiben, solange sie angeboten, funktionstüchtig und nutzbar bleibt. Zum Glück wird das nicht von heute auf morgen geschehen, aber allzu lange wird der Prozeß auch nicht dauern. In meinen Augen ein weiterer großer Schritt, erst von analog zu digital und nun von dediziert zu allround Smarttechnik, wenn man es denn so nennen will ...

      ernst.w schrieb:

      Gut, die Motivklingel. Auf die warten manche heute noch.
      Selbst die gab es schon mit der Samsung NX Serie, nannte sich wohl "Photo Suggest" ...



      Mit liebem Gruß
      Frank
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Picturehunter () aus folgendem Grund: Ergänzung

    • Picturehunter schrieb:

      Die Industrie hat sich m.M.n. doch schon längst eingestellt, es wird jetzt zu einer Frage für all die Fotografen, die noch mit "herkömmlicher Hardware" unterwegs waren und sind, ob und wie es zukünftig weitergehen kann.
      So sehe ich es auch. Alles was es zur "klassischen Fotografie" und zum Erlernen der Grundlagen braucht haben jede
      meiner Kameras und sogar das IPhone parat.
    • Auf Instameets und Instawalks (beides habe ich mittlerweile sehr zu schätzen gelernt, weil sowohl die Menschen als auch die Orte lokal sind und das istgesamt zu schönen Vernetzungen führt) hat eigentlich jeder beide Technologien dabei. Eine (meist sehr hochwertige) Systemkamera und ein Smartphone. Auf dem Smartphone entstehen die Stories und die Sachen, die noch wirkliche 'Insta' sind. Parallel wird sozusagen 'ernsthaft' fotografiert. Dabei habe ich zwei Dinge beobachtet: Erstens enthüllen bei solchen Gelegenheiten beide Arten der Fotografie Ihren Charakter und ihre Stärken und zweitens stehen sie nicht wirklich in Konkurrenz zueinander. Sie ergänzen sich.
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