[Über Kreativität] Ein Märchen vom Druck und vom Ventil

  • Wieder eine Einladung zum Meinungsaustausch. Diesmal über Kreativität. ;-) Jemand da, der Kreativität für eine Gabe hält? Ich glaube, das ist sie nicht...


    [Über Kreativität] Ein Märchen vom Druck und vom Ventil | Stefan Senf – Motivprogramm

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  • Eine der Optionen - Kreativität durch Einschränkung...


    Es ist nun ca. 1Jahr her, seit dem wir begonnen haben ein Haus zu bauen.
    Mit was für Einschränkungen und Kompromissen man sich hier beschäftigt, muss ich Dir ja nicht erzählen.


    Aber da gilt es dann zu entscheiden, ob dem ursprünglich angedachten Plan nachzutrauern (wenn man ihn denn verwerfen muss), oder das Finden von spannenden Alternativen den nächsten Schritten zugrunde liegt.


    In der Fotografie nicht viel anders denke ich, die Kreativität braucht manchmal das Loslassen von der ursprünglich geplanten "Perfektion"...


    Kreativität wird m.M.n. viel aus der Situation heraus geboren, Veranlagung hin oder her, muss die Bereitschaft dafür vorhanden sein, sich anderen Optionen gegenüber aufgeschlossen zu zeigen und nicht immer strikt dem
    "Masterplan" hinterher zu eifern...

  • Machst Du da ein Fass auf Stefan? :mrgreen:


    Nach meiner Auffassung ist Kreativität nicht Arbeit.


    Kreativität wächst mit und aus Leidenschaft. Für eine Sache, ein Projekt, eine Überzeugung.
    Kreativität ist eine Fähigkeit die Menschen mehr oder weniger im Laufe ihres Lebens entwickeln
    ("Kreativität entwickeln"...) - die einen mehr, die anderen weniger.


    Und ich meine daß Kreativität ganz individuell wächst. In unserer Zeit und unserer Gesellschaft ist das Thema
    Druck in nahezu allen Lebensbereichen präsent.
    Deshalb trenne ich die Begriffe Kreativität und Arbeit ganz rigoros.
    Wenn der Druck wächst, sucht er sich Ventile. Zeitweise mag eine "Flucht in die Kreativität" da Linderung
    verschaffen. Aber wir müssen der Kreativität ihre Freiheit lassen.
    Andernfalls leidet die Leidenschaft. Übrig bleibt dann "nur" Arbeit ;-)

  • Ich finde den Grundtenor des Artikels sehr interessant und würde größtenteils zustimmen.


    Trotzdem denke ich, dass er nur begrenzt richtig ist. Sicher kann man seine persönliche Kreativität fördern und vieles auch erlernen und sich erarbeiten. Aber aus meiner Erfahrung heraus, die ich im Freundes- und Bekanntenkreis gemacht habe, würde ich behaupten, dass ein Großteil der Qualität des kreativen Schaffens tatsächlich auch ganz einfach eine Sache von Begabung und Talent ist. Manchen gibt man eine Kamera in die Hand und sie sprudeln über vor tollen Bildideen ohne je was vom goldenen Schnitt gehört oder ein Fotobuch gelesen zu haben und machen Dinge intuitiv richtig, die ich mir z. B. über Jahre erarbeiten musste.
    Da mangelt es dann höchstens noch ein wenig am technischen Verständnis, um diese Ideen auch so umsetzen zu können, wie sie sich das vorstellen. Anderen ist das "fotografische Auge" wiederum einfach nicht in die Wiege gelegt und der Weg dahin wäre aufwendig und steinig. Was nicht bedeutet, dass diese Personen nun pauschal unkreativ sind. Nur fehlt einfach die Begeisterung und das Talent für dieses spezielle Hobby, in anderen Bereichen/Hobbies mag das wieder völlig anders aussehen. Aber jeder hat nun mal unterschiedliche Talente und Fähigkeiten (und damit auch "Gaben"), die nicht immer mit dem Hobby Fotografie harmonieren mögen. Das ist überhaupt nicht wertend gemeint, ich selbst sehe mich persönlich da ja auch nicht unbedingt als Wunderknabe...


    @knipserlehrling kann ich unabhängig davon übrigens nur zustimmen. Sich bspw. mal einen ganzen Tag oder länger nur auf eine Brennweite einzulassen ist beschränkend und befreiend zugleich, fast alle meine besten Bilder sind mit Festbrennweiten entstanden...

  • @knipserlehrling : ja, äußere Einflüsse Können ein mächtiger Verbündeter sein. Dein Wort 'Kompromisse' hat leider heute einen negativen Beigeschmack. Ich empfinde Zwänge aber tatsächlich eher als Chance oder Herausforderung statt als Beschneidung der Möglichkeiten.


    @Axel: ein Fass? Gerne! Wo und wann? Das wäre schon lang mal Zeit! ;-) dass Kreativität mit der Leidenschaft wächst, unterschreibe ich die sofort. Ich glaube gleichzeitig, Du missverstehst meine Formulierung, sie sei Arbeit. Arbeit ist für mich nicht negativ. Die Formulierung läuft darauf hinaus, dass man sich Kreativität erarbeiten kann, dass man nicht glauben muss, 'man sei nicht kreativ'. Und der Druck von dem ich schreibe ist nicht der Gesellschftliche Druck auf mich sondern der sprichwörtliche (kreative) Druck in mir, der sich (z.B.) mit der Fotografie ein Ventil sucht.


    @PhilippV3: der Artikel dreht sich ja ohnehin schon um Fotografie und um Architektur. Da kann man mühelos noch das Zeichnen, Malen, Bildhauen, Basteln, Stricken, Nähen, Schreiben, Schnitzen, Erzählen, Theaterspielen usw. dazuzählen. Das sind alles nur Ausdrucksmedien und ja, da hat jeder seine eigene Sozialisierung. Was bleibt, ist, dass man Ideen wirklich umsetzen, 'machen' muss um die eigene Kreativität zu entwickeln. Immer wieder. Erarbeiten.


    Ich danke Euch für Eure Antworten. Es macht einfach Spaß hier! ;-)

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  • Axel : ein Fass? Gerne! Wo und wann? ;-) dass Kreativität mit der Leidenschaft wächst, unterschreibe ich die sofort. Ich glaube gleichzeitig, Du missverstehst meine Formulierung, sie sei Arbeit. Arbeit ist für mich nicht negativ. Die Formulierung läuft darauf hinaus, dass man sich Kreativität erarbeiten kann, dass man nicht glauben muss, 'man sei nicht kreativ'. Und der Druck von dem ich schreibe ist nicht der Gesellschftliche Druck auf mich sondern der sprichwörtliche (kreative) Druck in mir, der sich (z.B.) mit der Fotografie ein Ventil sucht.


    Der Begriff Arbeit ist auch für mich nicht negativ wenngleich mir die Formulierung "Kreativität erarbeiten" nicht besonders
    schmeckt. Ähnlich geht es mir mit "kreativem Druck" - was ist das, woher kommt der denn?
    Kreativität kommt doch von Schaffen, Erschaffen im Sinne von etwas noch nicht Dagewesenem.


    Jedenfalls wenn wir auf dem Territorium weitgehend künstlerischer Betätigung bleiben - was ja angesichts der herrschenden
    Umgebung irgendwie naheliegt ;-)


    Wenn Lebensgefahr bestünde könnte ich eher einen Zusammenhang zwischen Kreativität und Druck herstellen aber selbst
    dort fiele mir eine positive Besetzung schwer.

  • Na, das ist doch genau das, um was in meinem Artikelchen geht! Dass das mit dem Kreativen Druck eben ein Märchen ist. Dass man das Kesselchen schön aktiv am köcheln halten muss, dass aus der Pfeife was raussingt...


    Ich hatte das wirklich absolut so empfunden, vor 12 Jahren als ich in die Bauherrenfunktion wechselte, dass ich sozusagen gar nicht mehr wusste, wohin mit meiner Kreativität. Ist natürlich Blödsinn. Kreativ bin ich auch in meinem jetzigen Bereich. Aber eben seltener mit mit einem leeren Blatt Papier und einem weichen Bleistift.

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  • [Eine Idee machen] Märchenwald | Stefan Senf – Motivprogramm


    Proof of concept. Zur Diskussion. ;-) Die Bilder selbst habe ich einzeln in die Bilderkiste gepackt und freue mich darauf dort Eure Meinung zu lesen. Den Artikel verlinken ich hier, weil er direkt an unsere Diskussion oben anschließt. Danke dafür!

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