Bilderselektion

  • Hallo an Alle von einem begeisterten JjG-Illuminator User, der JI praktisch für alle Nachbearbeitungsaufgaben nutzt.


    Aber im Grunde komme ich mit einer Frage, die nicht mit Nachbearbeitung zu tun hat.


    Und zwar geht es um die Selektion d.h. das Aussuchen, welche Bilder man behält und welche nicht.


    Im Grunde geht es mir darum, völlig unbrauchbare Bilder (viel zu hell, viel zu dunkel, verwackelt, doof angeschnitten) auszusortieren.



    Bislang habe ich das oft direkt in der Kamera gemacht. Dort habe ich ein Histogramm und eine Weisssättigungsindikation, so dass ich mich nicht auf den subjektiven Eindruck verlassen muss sondern an objektiven Kriterien die Fehlbelichtungen aussortieren kann. Auch die technischen Daten (Blende, Belichtungszeit, ISO-Wert) dienen dazu, eine objektive Entscheidung zu treffen.


    Die Kamera bietet ebenfalls die Möglichkeit, zwischen Bildern im selben Zoomlevel zu wechseln, so dass man auch die Schärfe ganz gut vergleichen kann.



    Aber das ist nicht bei jeder Kamera so gut gelöst. Daher bin ich auf der Suche nach einer softwarelösung, mit der man die Bilder auf dem PC aussortieren kann.


    Dabei hat sich herausgestellt, dass konventionelle Bildbetrachter nicht in Frage kommen. Diese Software bietet zwar ach so tolle Galeriefunktionen und allen möglichen Firlefanz, aber die technischen Funktionen (insb. Histogramm und Weisssättigungsindikation) fehlen einfach.


    Dann ist mir klargeworden, dass eine Software gibt, die im Grunde schon viele der benötigten Funktionen hat: jpg-Illuminator!



    Dort gibt es ein Histogramm, eine sättigungsindikation und eine komfortable Bildweiterschaltung. Alle interessanten technischen Werte werden angezeigt.


    Leider gibt es doch ein paar Einschränkungen, so dass eine Selektion mit jpg-Illuminator doch nicht richig möglich wäre:



    Schärfeüberprüfung


    Hier ist es ein Manko, dass die Lupe bei der Bildweiterschaltung verschwindet.


    Dabei müsste man sich aber ohnehin auf den subjektiven Schärfeeindruck verlassen. Genial wäre es, wenn man ein objektives Kriterium für die Schärfe anzeigen könnte. Ich könnte mir z.B. soetwas wie einen RMS-Wert (Ausummierung der quadrierten Helligkeitsdifferenzen aller Pixel) vorstellen:


    Schärfere Bilder hätten größere Werte.



    Sättigungsindikation


    Hier zeigt jpg-Illuminator an, wenn man durch die Nachbearbeitung komplett in die Helligkeitssättigung geraten ist.


    Da die Kameras beim Mapping von RAW nach JPG etwas tonemapping betreiben, ist man häufig in der Nähe, aber nicht komplett in Sättigung, und das ggf. auch nur für einzelne Farbkanäle. Hier wäre es hilfreich, wenn man die Sättigungsindikation bzgl. Grenzwerte parametrieren könnte.


    Schön wäre dann eine andere Indikation für die partielle Farbkanal-Sättigung, z.B.:
    Volle Highlights-Sätttigung ("weisser Himmel") -> Rot
    volle Schatten-Sättigung (alles nahezu Schwarz) -> Blau
    partielle Farbkanal-Highlightssättigung (oft bei türkisem Himmel) -> Gelb
    partielle Farbkanal-Schattensättigung (kommt nicht so oft vor, vielleicht bei tiefroten Rosen?) -> Cyan


    Schön wäre es, wenn die Sättigungsindikation wie bei den meisten Kameras gelöst wäre: Durch ein Blinken bleibt das eigentliche Bild sichtbar.
    Man könnte z.B. mit Doppelklick auf den Button eine Einrastfunktion aktvieren, bei dem Sättigung der betroffenen Flächen blinkend dargestellt wird.




    Ich weiss dass diese Vorschläge recht umfangreich sind. Ich möchte diese Ideen aber einmal zur Diskussion stellen, da ich ja wohl nicht der einzige bin der mit diesem Thema konfrontiert ist.


    Ich bin natürlich ganz Ohr, welche Vorgehensweisen Ihr für die Bildselektion (wenn überhaupt) anwendet. Über Rükmeldungen würde ich mich freuen.



    Grüße
    fb1701

  • Ich bin natürlich ganz Ohr, welche Vorgehensweisen Ihr für die Bildselektion (wenn überhaupt) anwendet.

    Ich behalte die Bilder, die mir gefallen :pink:


    Nee, im Ernst, ich gucke mir ein Bild an, und dann entscheidet der optische Eindruck.
    Ich würde eine Selektion nicht an irgendwelchen Messwerten festmachen.


    Ich verwalte meine Fotos mit Picasa. Damit gucke ich mir die Bilder an.
    Unscharfe/verwackelte Fotos lösche ich, aber ansonsten halte ich mich mit irgendwelchen Löschaktionen auch sehr zurück.

  • Hallo und willkommen hier!


    Danke für die Vorschläge. Es ist richtig, die Über-/Unterbelichtungs-Anzeige könnte man ausbauen. Gerade bei der Unterbelichtungswarnung hat mich auch schon gestört dass sie anspricht, wenn nur ein einzelner Kanal aufgrund zu hoher Sättigung Null ist.


    Genial wäre es, wenn man ein objektives Kriterium für die Schärfe anzeigen könnte.

    Glaube nicht, dass das zuverlässig machbar ist. Solche einfachen Lösungen sprechen auch auf Rauschen oder JPEG-Artefakte an und können dem subjektiven Schärfeeindruck widersprechen. Hast du schon mal ausprobiert was passiert, wenn du die JPEG-Dateigröße als Kriterium nimmst?

  • Erstmal Danke für die engagierten Antworten!



    kleiner_Hobbit :
    Der subjektive Einruck ist bei mir auch der erste Schritt.
    Nur manchmal bin ich mir nicht sicher (gerade am Bildschirm können je nach Blickwinkel Bilder zu hell oder zu dunkel erscheinen).


    Daher greife ich gerne auf objektive Kriterien zurück.
    Ist beim Fotografieren ja auch so: Die Belichtung regelt ja man ja auch ggf. nach Histogramm nach.



    aha :
    Gut zu wissen. DIe Option hatte ich gar nicht im auf dem Schirm (oder doch?).
    Nur eine bleibende Lupe wäre schöner, weil man eine Detailansicht und ein Übersichtsbild hätte.



    Franz :
    Was die Sättigungsindikation angeht hatten wir dann ja irgendwie die selbe Idee zwischen partieller Sättigung (einzelne Kanäle) und kompletter Sättgung (alles RGB) zu unterscheiden.


    Was die Schärfeindikation angeht, das ist sicher ein schwieriges - aber auch wichtiges - Thema.
    JPEG-Dateigröße sehe ich nach meinen Erfahrungen als nicht aussagekräftig, da die meisten Bilder (z.B. auch eine weisse Wand oder ein hoch detailliertes Motiv) ähnlich groß sind. Bei JPG wird ja auch in den Frequenzbereich transformiert so dass die Ergebnisse sowieso anders ausfallen können.


    Rauschen und Artefakte ist sicherlich ein Thema. Einzelne weniger verrauschte Pixel oder allgemein verteilte Artefakte würden sich in einer RMS-Summe ausmitteln und nicht auffallen. Anders wäre es nur, wenn viel Rauschen vorhanden ist. Dann ist das Bild aber sowieso unbrauchbar.
    Außerdem sollten bei vergleichbarer Aufnahmesituation (gleiches Licht und gleicher ISO-Wert) ähnliche Rauschanteile herauskommen.


    Vielleicht könnte man den ja bekannten ISO-Wert sogar in die Berechnung einfließen lassen. Es liest sich ja so, dass ISO und Rauschen näherungsweise in einem linearen Zusammenhang stehen. Wobei natürlich die Frage ist, wie das Rauschen genau bei höheren ISO-Werten zunimmt: Erhöht sich die Häufigkeit (betroffene Pixel) oder die Amplitude (Helligkeits- bzw. Farbabweichung). Aber das könnten wohl nur die Kamerahersteller sagen.



    Grüße
    fb1701