Posts by Captain Convertible

    Den Schritt von Pentax hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Die Sensor Preise auf dem Weltmarkt haben sich ggü. 2020 verhundertfacht (von 0,50 USD auf 50 USD, - und mehr). Gleichzeitig ist die Verfügbarkeit dramatisch geschrumpft, und man muss große Mengen einkaufen und in Rückstand nehmen, um überhaupt Teillieferungen vor 2023 zu bekommen.


    Einerseits muss sich Pentax also nicht mehr viel Material an Lager legen und Kapital binden, andererseits fehlen denen jetzt die Stückzahlen, um in der Industrie ernst genommen und beliefert zu werden.


    Die Preise dürften auf jeden Fall weiter steigen; das betrifft aber alle Hersteller.

    Mich wundert eher, dass Kamerahersteller, die früher Komaktkameras im Angebot hatten nicht bei Smartphones in Erscheinung treten. Heute isch die Katz wahrscheinlich scho dr Baum nuff aber eigentlich würde ich mich immer noch über ein Canon oder Nikon Smartphone freuen, das - wie weiland bei Samsung versucht - eine aktuelle Smartphonearchitektur mit einer besonderen Kameraausstattung verbindet. Ich hätte auch keine Einwände gegen ein gut gemachtes Smartphone mit doppelter Bautiefe, das dafür eine ordentliche Ergonomie und Haptik mitbringt. Aber darauf werde ich wohl vergebens warten. Stattdessen geben altgediente Nobelmarken ihren Namen für Smartphones - und sonst nichts.

    Zu Beginn der Smartphone Ära haben Hinz & Kunz Geräte auf den Markt geworfen. Das waren technisch furchtbare Gurken. Canon und Nikon hätten, um was Ordentliches zu entwickeln, damit Unsummen verbrannt. Hinzu kommt, dass man gewaltig investieren muss, um vom Kunden wahrgenommen zu werden. Die Werbekostenzuschüsse, also Regalmieten bei Media Saturn und CO. sind deutlich höher als im Kamerabereich, zudem muss man in jedem größeren Markt 2-3 Promotoren einsetzen und bezahlen. Geringste Preisschwankungen, die durch Querkäufe von Grauimporten via Idealo ausgelöst werden, lässt sich der Handel vergüten. Und auch wenn man den Preis unter Kontrolle behält (was zu meiner Zeit in der Branche kein Hersteller außer Apple geschafft hat): die Marge ist irgendwas um die 1,5 bis 2 Prozent.


    LG hat sich nicht umsonst aus dem Bereich zurückgezogen, trotz sehr guter Produkte.


    Jeder Kamerahersteller wäre gescheitert, evtl. sogar in die Insolvenz geraten.

    Achim hat Recht. Schaut Euch mal die Kritiken zur Sony A7C an, vor allem im Vergleich zur A7III. Die A7C hat unter Anderem ein Drehrad weniger, keinen Joystick und einen schlechten Sucher. Der Tenor ist "Katastrophe! Unbrauchbar! Quasi Elektroschrott ab Werk!" (ich dramatisiere :pink:)


    Zum Thema Brennweiten: ja, man kann mit großen Bildern prima stitchen. Aber der Effekt, also das "verdichten" eines Bildeindrucks ab sagen wir mal 100 oder eher 200mm, das bekommt man damit nicht geregelt. Dafür braucht es (noch?) ein Objektiv mit langer Brennweite und kein Smartphone.


    Ich vergleiche mal den Kamera- und Smartphonemarkt mit dem Automobilsektor. Eine klassische Kamera mit oder ohne Wechselobjektiv wird zukünftig evtl. das Äquivalent zu einem Cabrio sein. Braucht man nicht, ist aber schön wenn man's mag und hat.

    Das Schließen von Standorten ist nach meiner Erfahrung nie ein gutes Zeichen. Ich habe leider mehrfach selbst erlebt, dass sowas der Anfang vom Ende war (unter anderem als Praktikant bei KarstadtQuelle, als die ihr Stammhaus in Fürth geschlossen haben). Aber auch ohne meine Erfahrungen würde ich sowas kritisch sehen. Im folgenden kurz ein paar ausgewählte Aspekte - es gäbe sicherlich noch mehr zu berücksichtigen.


    Jede Schließung ist a) mit Abfindungen, Sozialplänen, Ärger mit Mitarbeitern und Gewerkschaften, etc., b) Problemen mit Zulieferern und Lagerkosten (laufende Lieferverträge muss ich auch dann abnehmen, wenn mein Werk zumacht, ergo habe ich am Ende des Tages höhere Lagerkosten durch zuviel Lagerbestand, d.h. ausserdem dass die Liquidität sinkt) sowie c) einem negativen Echo in der Öffentlichkeit verbunden. Erstens wiederum wegen den betroffenen Mitarbeitern (siehe Punkt a) und Zweitens wegen Befürchtungen, dass die Marke keine Zukunft hat und dann das mutmaßlich zukunftssichere System des Wettbewerbers bevorzugt wird.


    Mal ganz abgesehen davon, dass man durch eine Werksschließung Tatsachen schafft. Eine signifikante Erhöhung der Produktion ist danach kaum noch möglich - es sei denn natürlich, man hat vorher himmelschreiend ineffizient produziert, was ich bei Nikon mal ausschließen würde. Wie will ich aber ohne Kapazitäten noch Umsatzwachstum erzielen, das heutzutage so wichtig ist (Sinn oder Unsinn dieser Sichtweise mal außen vor gelassen).