Posts by VisualPursuit

    Ich traue auf Dauer eher Leica eine Zukunft zu, als Olympus oder Pentax.

    Das denke ich auch. Gestern abend war auf Bloomberg ein Bericht zu lesen,

    daß die Dementi von Olympus verfrüht gewesen sein könnten.


    Dem Autor zufolge haben "institutionelle Anteilseigner" (read: Heuschrecken)

    zwei Sitze im Aufsichtsrat erhalten, und die fokussieren anscheinend ausschliesslich

    auf "shareholder value". Die Information, daß Olympus Imaging nicht zum

    Verkauf stehen würde, sei nicht mehr aktuell.


    Das interpretiere ich als Todesurteil für Olympus als Kamerabauer.


    https://petapixel.com/2019/11/…s-may-be-for-sale-report/

    Kurzer Zwischenruf: Mitsubushi hat mit zwei Konzerntöchtern

    gerade mal knapp über 5% an Nikon.


    2005 waren folgende Besitzanteile aktuell:


    Japan Master Trust 7.2%

    Yasuda Life Insurance 5.5%

    Japan Trusty Trust 4%

    Chase, London 4%

    Bank of Tokyo, Mitsubishi 3.3%

    State Street Bank and Trust 2.8%

    Tokyo Marine and Life 2.7%

    Mitsubishi Trust 2.4%

    Nissei Insurance 2.3%

    Joyo Bank 1.8%


    Nikon gehört Banken und Versicherungen,

    kurzsichtigen Erbsenzählern also.

    Computational Imaging funktioniert nur für Websansichten auf mobilen Geräten wirklich gut,

    darüber hinweg und bei allem was nicht Feld-, Wald- und Wiesenmotive sind, versagt das noch

    allzu oft. Dazu kommt daß die meisten Ergebnisse in Computational Imaging auf mehrere

    Kameras angewiesen sind. Das halte ich also keineswegs für den heiligen Gral.


    Letzte Woche hat mir noch eine Influencerin die auch Fotokurse gibt erzählt wie

    beruhigt sie war daß die Bildergebnisse aus dem neuesten iPhone so schlecht waren.


    Das was die Olys mit Standardobjektiven und Kitzooms erreichen, geht mittlerweile

    weitgehend mit Smartphones, und nach oben wird qualitativ gerade derart ausgebaut

    daß die Attraktivität von MFT steil abwärts geht.


    Dabei zu bleiben halte ich für Selbstmord, dann können sie auch jetzt sofort zumachen.


    Connectivity könnte ein USP sein, mit dem man die Kurve kriegen kann.

    Von der klaren Kritik am User Interface die nicht nur ich zur Einführung

    der OM-D EM-5 geäussert habe, wurde nichts umgesetzt - nur Sony macht

    noch schlimmere Interfaces. Das lässt mich dann nicht auf Connectivity

    hoffen.


    Canon hat dagegen mit der G7X II bereits eine Kamera, die direkt auf

    Youtube streamen kann. Auch da käme Olympus also reichlich spät.


    Größe (bzw. Miniaturisierung) allein bringt es nicht mehr. Vergleicht man

    G5/G7 in den aktuellen Versionen, M6MkII, oder sogar die EOS RP mit den

    Olys, ist der Größenunterschied zumindest im Bereich Kitzooms/Standardobjektive

    mit dem Blick auf die Einschränkungen beim Sensor nur noch ein fauler Kompromiss.


    Natürlich ist ein Systembruch alles andere als eine rosige Perspektive.

    Ich sehe aber nichts anderes, von dem ich mir etwas versprechen würde.


    Fazit: Auf Olympus würde ich momentan nicht wetten wollen.

    Schuster bleib bei deinen Leisten.

    Funktioniert nur so lange wie man dem Schuster auch Schuhe abkauft.

    Mit der aktuellen Sensortechnik und dem aktuellen Sensorformat ist

    das Ende der Fahnenstange erreicht.


    Nicht umsonst hat sich Panasonic mit auf die Reise zum L-Mount begeben.

    Olympus könnte Kameras so klein wie Sigma bauen, dabei aber Retro.

    Sie könnten Pancake-Linsen bauen, und dann langsam das Objektivportfolio

    ausbauen.


    Wenn sie bei dem bleiben was sie haben, dauert es nicht lange und sie

    geben Samsung 2.0. Bei denen fing es auch mit Dementis zu Schliessungsgerüchten

    an, und die älteren unter uns erinnern sich vielleicht daß Olympus die

    Bude schon mal mehr oder weniger abgeschlossen hatte.


    Sie müssen also was tun, wenn sie weiter Kameras und Objektive bauen wollen.

    Ein komplett neues System ist ausgeschlossen, das stemmen sie nicht.

    Ein oder zwei "endgeile" L-Mount Bodies mit knackigen Reportagepancakes

    könnten einen Grundstock liefern, und die bereits existierende Zahl von

    Objektiven böte dem Neueinsteiger zumindest eine Perspektive.


    Die müsste dann natürlich auf lange Sicht auch mit Olympus-Objektiven

    gefüllt werden, aber schlechter als momentan kann es ja kaum kommen.

    So ganz überflüssig und am Bedarf vorbei scheint das Noct 58/0.95 übrigens doch nicht entwickelt worden zu sein:

    Um das einschätzen zu können müsste man wissen mit welchen Stückzahlen

    gerechnet worden ist, und wie hoch die Zahl der Vorbestellungen ausfiel.


    Kann ja auch sein, daß sie mit 15 Verkäufen gerechnet haben und sich

    von 25 Vorbestellungen überfordert finden.

    Bei meinen freien Arbeiten bestimmen Bildidee und Motiv das Format.


    Das Zeug hängt dann am Ende in einer Galerie, einem Museum, einer Privatsammlung.

    Da geht es nur darum die passende Wand zu finden.


    Heuert man mich für Fotos an, tut man das meist zu einem bestimmten Zweck,

    und der gibt dann in fast allen Fällen auch das Format vor.


    Robert Kneschke hat neulich eine Statistik gepostet, daß seine Hochformatbilder

    nur rund 11% (WIMRE) seiner Verkäufe bei zahlreichen Bilddatenbanken ausmachen.


    Die Wahrscheinlichkeit Stockfotos zu verkaufen sinkt also wenn man im

    Hochformat fotografiert.

    Das Ding wird bei ein paar Zahnwälten in die Vitrine einziehen, ja.


    Aber es wird auch bei vielen Vermietern, vorwiegend im Film-/Videobereich

    zu finden sein. AF und focus by wire sind da eher hinderlich und unerwünscht.


    Vergleicht man die Preise echter Cine-Objektive, ist das Ding sogar nicht

    einmal teuer. Klar, das ist relativ.


    Das einzige was man dem Objektiv in diesem Zusammenhang vorwerfen

    kann ist daß Nikon es nicht declicked hat und keine Zahnkränze dran sind.

    Das Einzige, was nicht so optimal ist, ist der EVF bei Blitzlicht.

    Das ist bei den Canons der M-Serie ähnlich, bei der M3 kann man nicht

    einmal die Belichtungssimulation abstellen. Mit "dummen" Studioblitzsendern

    praktisch unbrauchbar. Mit TTL-fähigen Sendern hat man ständig EVF Boost,

    verliert also die Kontrolle über das Umgebungslicht. Ohne muss man EVF Boost

    dauerhaft ein- bzw. die Belichtungssimulation dauerhaft ausschalten.


    Bei der RP (R habe ich noch nicht darauf getestet) ist das weit besser gelöst.

    Mit einem Godox Sender drauf bekomme ich beim Antippen des Auslösers

    8 Sekunden lang EVF Boost, kann also mein Motiv klar erkennen.

    Nach Ablauf der 8 Sekunden schaltet die Kamera von selbst zurück auf

    Exposure Simulation, ich kann also gut verfolgen wie hell/dunkel die

    Umgebung ohne Blitz wird. Verändere ich Zeit, Blende oder ISO, wird

    das in Echtzeit angepasst.


    Das funktioniert natürlich nicht mit "dummen" Sendern, aber das umgehe

    ich mit einem zwischengeschalteten X1R-Empfänger.

    Wo ich gespannt drauf bin, ist das Z 135 1.8S. Ich besitze ja das Sigma Art 135 1.8 und ich wüsste zu gerne, ob das Z 135er kompakter oder größer ausfällt. :kaffee: Und das Gewicht in dem Zusammenhang, das Sigma zerrt mit seinen 1130 g ordentlich am Bizeps.

    Wenn ich das Tamron 2.8/15-30 VC G2 und das Canon RF 2.8/15-35mm L IS als

    Anhaltspunkt nehme, dann kann es durchaus sein, daß ein hypothetisches 1.8/135

    von Nikon oder Canon ein wenig besser oder/und leichter/kompakter wird als das

    135er Sigma Art. Aber es wird dann auch das Doppelte kosten.


    Ein Vergleich: http://j.mp/2INfxAj


    Man sieht, daß da Luft für Reduktion wäre, die beiden 135er sind ja immer noch

    klassische Konstruktionen für Spiegelkästen.


    Andererseits bin ich mit der Leistung des 135er ART so dermaßen zufrieden, daß

    ich erwarte eher in einen weiteren Body zu investieren. Oder mehr Licht. Oder....


    Ich bin in meiner fotografischen "Karriere" erstmals in der Situation daß auf

    meiner Einkaufsliste/Wunschliste kein Objektiv mehr steht.


    Vielleicht irgendwann noch mal das Sigma 2.8/120-300mm Sports, aber das ist

    dann eher nice to have.

    Kann der Kontrollring sich nicht unbewusst leicht verstellen? Ist er gar leicht rastiert?:-o

    Er hat deutliche Klicks beim Verstellen. Die RF-Objektive haben zwei (bei Zooms drei) Ringe.

    Manueller Fokus (dabei Full Time Manual), der frei belegbare Control Ring und ggf Brennweite/Zoom.


    Was Größe und Gewicht angeht, täuscht das.

    http://j.mp/2orftPN

    (Und das ist hier mit 1mm mehr Brennweite am kurzen (!) Ende und Stabi drin)


    Dazu kommt daß die RF-Objektive die großen schweren Linsensätze hinten

    statt vorne montiert haben, was erst mit dem neuen Bajonett möglich wurde.

    Dadurch fühlt sich das in der Praxis weit besser ausbalanciert an, als man

    rein optisch vermuten würde. Und schlussendlich sind Verbundstoffe statt

    Metallgehäuse verbaut, die sich auch sehr angenehm anfassen.

    Knipse ist da. Bin nach wie vor kein Fan, aber das Objektiv ist sensationell,

    und der Augen-AF ist verdammt gut mit der aktuellen Firmware.

    Geht Freitag auf eine Hochzeit.


    Noch mehr glänzende Augen macht mir allerdings momentan

    die Blackmagic Pocket Cinema Camera 6k. Die ersten Testbilder

    heute sind zum Niederknieen.


    Die nächste Iteration hat hoffentlich Vollformat und RF-Bajonett.