Posts by Subjektiv

    kann man nicht wenigstens etwas relativieren und schreiben "ich finde" ...

    Doch, kann man. Wie schon richtig gesagt wurde, ist alles, was hier geschrieben wird, subjektiv; ich dachte das sei klar. Aber ich habe zur Verdeutlichung meinen Beitrag oben editiert. Wenn Dir dieses Bauwerk gefällt, respektiere ich das selbstverständlich, das ist doch gar keine Frage. Was ich aber nicht respektiere, ist die Leistung des Architekten. Der hat es in meinen Augen komplett versemmelt und verunstaltet, das muss ich doch nicht auch noch bewundern. Ebenso wenig Respekt empfinde ich für die Institution, die diesen Entwurf ausgewählt hat.

    Mir ist auch klar, dass ich in diesem Fall mit der Wortwahl nicht sehr zurückhaltend bin - aber das Teil finde ich so schockierend schlecht, und dabei so unfassbar teuer bezahlt, dass der Stöpsel dann auch mal nach oben rausfliegt. Man muss sich schon mal klar machen, dass die Bausubstanz und Stadtentwicklung ganzer Landkreise für 10 Jahre auf Eis liegt, bloß damit sich ein Architekt und "die Hauptstadt" so eine grauenhafte Betonwand als Denkmal setzen kann. Und sich dafür nicht einmal schämt. Sorry, aber da fehlt mir (subjektiv!) jeder Rest von Verständnis.

    Wenn ich gewusst hätte, was das Bild für eine Diskussion auslöst, dann hätte ich es nicht gepostet.

    Wieso? Das FOTO ist doch wirklich gut! Und dass ein Bild polarisiert, ist per se doch nichts Schlechtes. Müssen jetzt nur mal wieder zum Thread zurückkehren. ;-)

    Aber was ich mich fototechnisch frage: das Foto ist ja vertikal recht ausgerichtet, nur wirkt der dicke Turm rechts, als wenn er nach links kippen würde. Optische Täuschung / geht das nur mir so?

    Nein, dieser optischen Täuschung erliege ich auch oft, auch in diesem Bild. Die Linien sind faktisch alle senkrecht, aber irgendeine Ecke im Gehirn bringt Perspektive und Linienverlauf offenbar nicht zusammen. Außerdem hat der Dom seinen Hut so komisch schief auf - ist aber beim perspektivischen Ausrichten nahezu unvermeidbar. Einen Tod muss man beim Schummeln sterben.

    Und es fehlen Bäume. Hier wie da.

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer halt Bäume ...

    So steht da jetzt einfach ein hässliches Stadtschloss, mit 0815 Fassade, wie man sie an jeder Ecke in Berlin findet.

    Ob ein renovierter PdR wesentlich schöner oder interessanter gewesen wäre, mag man unterschiedlich beurteilen. Ich habe nichts gegen neue Architektur, auch nicht gegen Wagnisse und neue Wege, und schon gar nichts gegen eine spannungsvolle Verbindung von Traditionellem mit Neuem. Und ja, die Geschmäcker sind verschieden - doch diese Fassade ist (EDIT: in meinen Augen) hirnlos, einfaltslos, formlos und einfach nur krank, taugt allenfalls als architektonische Reminiszenz an Berlins allerdunkelste Zeiten. Chance vertan, das Ufer für die nächsten 200 Jahre verunstaltet. Was mich daran am meisten ärgert, ist dass irgendein Architekt oder Architekturbüro für diesen geistigen Dünnschiss einen dreistelligen Millionenbetrag erhalten hat (aus Steuergeldern, versteht sich) und sich wahrscheinlich auch noch dafür feiern lässt. Warum bringt man Architekten während ihrer Ausbildung nicht bei, dass sie nicht nur für ihren eigenen Größenwahn bauen ("mein Kunstwerk"), sondern für die Abertausende von Menschen, die mit und in den Ergebnissen leben und arbeiten müssen und die den Anblick für ein paar Jahrzehnte ertragen müssen? Und dass sie ihre Werke nicht im luftleeren Raum inszenieren, sondern in einer gewachsenen Umgebung?
    Bleibt als Trost, dass es solche Entgleisungen massenhaft, in allen Größen und Formen und in vielen Ecken des Landes gibt - aber das ist ein schwacher Trost.

    P.S.: Das Foto oben finde ich recht gelungen, auch das Hässliche und Langweilige kann man ja gut fotografieren.

    weil ich es doch noch im Januar geschaft habe die OM-1 von Subjetiv :danke: schön zu machen. Darf jetzt offiziell in meine Kameraschrank einziehen

    Wow! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die alte Dame nach 20 Dienstjahren und weiteren 20 Jahren, die sie in einer dunklen Schublade vor sich hinmodern musste, noch mit solchen Ehren und Salbungen gerechnet hat. Und jetzt noch ein Seniorenplätzchen im "Kameraschrank" - das (zweit-)beste, was einer alten Kamera passieren kann; das Beste wäre natürlich Einsatz als Kamera, aber das dürfte den wenigsten Analog-Geräten beschieden sein. Jedenfalls danke auch Dir, für die liebevolle Renovierung, und für das Bewahren dieses kleinen Stücks Fotogeschichte.

    Derzeit muss man echt verflixt schnell sein mit den Winterbildern. Weil nichts lange liegen bleibt. Also wenn's schneit, sofort raus, egal ob es Tag ist oder Nacht.

    JANUAR - die "Pforte" ins neue Jahr. Instinktiv suche ich mir da meist Bilder mit Licht und Weite aus (was aber nicht bedeutet, dass mir Waldbärs Foto oben nicht extrem gut gefallen würde):

    Ist zwar von letzter Woche - inzwischen liegt hier kaum noch Schnee - aber doch ein Winterbild. Habe ich eigentlich schonmal erwähnt, dass ich eine Schwäche für diese Mischlicht-Situationen habe? ;-) :duck:

    ch hätte auch keine Einwände gegen ein gut gemachtes Smartphone mit doppelter Bautiefe, das dafür eine ordentliche Ergonomie und Haptik mitbringt.

    Du sprichtst da ein Thema an, das MICH zumindest nach wie vor lieber zur Kamera greifen lässt als zum Smartie: die Ergonomie. Ich will a) einen Sucher, b) ein, zwei Rädchen, mit denen ich, das Auge schon am Sucher, noch schnell Blende / Zeit und Über-/Unterbelichtung steuern verändern kann, mit Daumen und Zeigefinger - nicht über irgendwelche Menüs auf dem Bildschirm, auf dem ich eigentlich schon das Motiv im Visier habe. Und ein gewisser Spieltrieb ist auch nicht zu leugnen: Foten mit dem Handy ist für die Sinne halt so spannend wie das Einschalten des Wasserkochers.

    Wie die meisten von Euch, mache ich auch lieber ein Foto mit dem Smartie als gar keins, und Equipment auf den Berg zu schleppen, wird im Alter auch nicht leichter. Nur sehe ich a) bei schwachem Licht den Unterschied sofort (meistens schmerzlich) und b) habe ich bislang im langen Telebereich noch keine wirklich guten Erfahrungen mit dem Smartie gemacht. Birds in Flight macht mit dem Smartie nicht so richtig Spaß.


    Dabei habe ich wirklich nichts gegen Fotografieren mit dem Telefon. Für 08-15 Situationen reicht das völlig aus. Das o.g. sind nur MEINE Gründe, warum ich es derzeit noch vorziehe, mit Cam und 2-3 ausgewählten Objektiven durch die Landschaft zu ziehen.


    Aber zum Gesamtmarkt trage ich auch nicht mehr viel bei. Mir reicht nämlich das, was ich heute habe, gut für meine Zwecke. Vielleicht kaufe ich mir aus Konkursmassen eines Tages noch ein Gehäuse und 2-3 Objektive (wenn Olympus endgültig nichts mehr produziert), dieses Equipment wird dann aller Wahrscheinlichkeit länger halten als ich. Aber das von mir repräsentierte Marktpotential (Umsatz pro Jahr) ist um 98% eingebrochen. Und so geht es wohl vielen.

    Vielleicht wäre das auch mal ein Ding, weg von den uns liebgewonnenen kryptischen Bezeichnungen hin zu Namen, die Emotionen verkaufen Canon Kiss, Nikon Hug, Sony Sunshine, Fuji Primavera...

    Kann mich gut an die 90-er Jahre in Korea erinnern, da gab es einen Kia Potentia, einen Ssanyong Koito und weitere amüsante Blüten der Marketing-Abteilungen. Da ließen sich sicher noch viele Anregungen für "emotionale" Brandings holen. Und Canon hat's ja versucht: EOS, die Göttin der Morgenröte ... wenn DAS nicht reicht, was dann?

    weil ich gerade auf dem Abendspaziergang durch's Dorf "Schnee-Störche" entdeckt habe.


    Ich weiß, dass mehr und mehr Störche hier überwintern, statt den langen - und lebensgefährlichen - Zug nach Afrika zu unternehmen. Aber wenn ich sehe, wie sie nahezu bewegungslos im Nest stehen und sich langsam einschneien lassen, frage ich mich schon, wie die das überleben und wo sie im Winter Nahrung finden. Die heimischen Frösche, Würmer und Blindschleichen tendieren nämlich eher zum Winterschlaf in ihren Verstecken.

    Tja, Sven, im Beitrag 685 dieses Threads (S. 35) habe ich auch zwei von den Teilen gezeigt - und du hast den Beitrag (kommentarlos) geliked ...

    Ich like ja nicht die Schönheit eines Motivs, sondern die künstlerische, fotografische Leistung. ;-) Uninteressante oder "unschöne" Dinge (was natürlich wieder sehr subjektiv ist) interessant zu fotografieren, ist doch die eigentliche Meisterschaft.

    Fingeraufzeig - zumindest rudimentär klappt das mit den Masken bei LR jetzt auch

    Sorry, muss natürlich immer dazuschreiben, dass ich noch auf der uralten LR Stand-alone Version 5.7 rumreite, um Adobes Knebel-Abo noch eine Zeit lang zu vermeiden. Dass sich die Abo-Variante weiterentwickelt, ist klar.

    Parallel dazu versuche ich, mir eine vollwertige Alternative aufzubauen. Capture One ist sicherlich eine solche, aber so teuer muss es für mich als Hobby-Knipser dann auch nicht werden - da könnte ich ja auch das Knebel-Abo buchen. Ein paar andere habe ich ausprobiert, bis jetzt aber ohne zufrieden zu sein. Bis jetzt war ON1 m.E. nicht wirklich gleichwertig zu LR, langsam wird es aber. Was mir in ON1 noch fehlt zum Glück, wären ein etwas einfacherer Workflow (ähnlich "Synchronisieren" in LR) und ein verbesserter Algorithmus für die Rücknahme von Lichtern. Der ist immer noch nicht auf dem Niveau von LR, und ich brauche den oft für Gegenlichtaufnahmen. Wenn das auch noch käme, wäre ich - endlich - bereit für "by by lightroom".