Posts by le spationaute

    Bleiben wir beim Kameraweltmarkt: die disruptive Veränderung im Kamerasektor ist nicht die spiegellose Kamera oder der Kleinbildsensor oder die Kombination aus beidem. Die disruptive Veränderung ist die Fotografie mit Smartphones.


    Im automobilen Vergleich geht es also gar nicht - wie ich Dich verstanden habe - darum, ob ich das Elektroauto übersehe. In meinem Vergleich geht es einfach nur um das was ich geschrieben hatte: verschiedene Formate, Preisklassen, Kategorien, die sich nicht im entweder-oder bzw. richtig-falsch erschlagen lassen.


    Aus der disruptiven Veränderung 'Smartphone', die längst ein Fakt ist und wesentlich zum Zusammenbruch des Kameraweltmarktes beiträgt, kann man in meinen Augen nicht konstruieren, dass gleich alle Kamerasystemen jenseits von KB-Mirrorless obsolet werden.

    Na der Gesamtmarkt ist eben rückläufig aber daß sich Verkäufe nicht so entwickeln wie erwartet ist doch kein Argument pro Innovationsstillstand.

    Und der Versuch, auf einen rollenden Zug zu springen ist also 'Innovation'? Von Stillstand war nicht die Rede. Das Festhalten an mFT muss keinen Stillstand bedeuten, das hatte ich ja schon geschrieben. Im Abseits ist Olympus, weil sich im System seit Jahren nichts mehr tut.


    Und ganz ohne Computational Imaging nun zu sehr ins Zentrum zu rücken: Google macht das gut und exzessiv bei seinen Pixelphonen. Mit einer einzelnen Linse, wohlgemerkt.

    Nicht jeder braucht eine Tuareg. Der Touran, der T-roc und der T-cross verkaufen sich auch gut, obwohl sie nachweislich in vielen Punkten unterlegen sind.


    Nicht jeder braucht und will einen Kleinbildsensor in einer spiegellosen Kamera. Oder wie es in dem Artikel über die neuen Zahlen von Nikon formuliert wird:


    "Shift toward ML cameras and the product mix change in the full-frame category have not been accelerated as expected“

    Bleiben wir bei Olympus, auf die Du Dich weitgehend beziehst (oder?). Wenn ich mir ansehe, was mittlerweile auf 1" großen Sensoren möglich ist (auf der Hälfte von Fourthirds) und wenn ich sogar noch weiter schaue und auf 1/2" mittlerweile 48 bis 108 MP (mit Pixelbinning gegen das Rauschen) sehe, dann scheint es mir durchaus möglich, dem Fourthirdsformat noch einige Reserven zu attestieren. Die genannten kleineren Formate arbeiten dabei mit einer satten Portion Computational Imaging. Wer hält Olympus davon ab, seine Kameras mit zeitgemäßen Sensoren und einer neuen Schnittstelle auf Vordermann zu bringen? Die Investition wird kaum größer sein, als das Auflegen eines neuen Systems mit L-Mount. Damit könnten sie - wenn es gelingt - noch einmal an der Spitze der Bewegung stehen. Best of both worlds. Bisherige Versuche in dieser Richtung waren zwar nicht übertrieben erfolgreich aber das muss ja kein Urteil für die Ewigkeit sein. Manchmal ist man auch einfach zu früh oder will zu viel (Samsung).


    Jedenfalls wäre so etwas der Weg in die Alleinstellung, während ein me-too-Produkt mit eingebauter Markenflucht (L-Mount) in meinen Augen jetzt auch nicht die rosigste Perspektive ist. Zumal - zurück zum Thema - in dem Statement von Nikon ja zum Ausdruck kommt, dass selbst deren spiegelloses System in KB-Format nicht so durchstartet, wie erhofft und erwartet. Über die Zahlen von Leica, Panasonic und Sigma im L-Mount weiß man ja nichts gewisses. Ich meine gelesen zu haben, dass es zumindest bei Panasonic nicht so großartig läuft?

    Angenommen, Leica und Co. wären überhaupt dazu bereit, den L-Mount weiteren Anbietern zu öffnen, dann bringt das einem Beitrittskandidaten doch nur was, wenn er einen USP in die Allianz einbringen kann. Leica bietet maximale Exklusivität. Luxussegment. Panasonic liefert Hightech, ist das elektotechnische Backbone der Allianz. Videoorientierung. Sigma besetzt den Exotenplatz. Kleinste Kleinbildkamera, später vielleicht ein Gehäuse mit Foveon. Und viel Objektiv Kompetenz zum moderaten Preis.


    Welche Position würde eine Firma einnehmen, die bis dato vorallem klein, leicht und retro besetzt hatte? Vielleicht den Billigheimer geben, ok. Das wäre eine Option aber keine sehr verlockende. Und was soll eine Firma tun, deren zentrales Erbe das Pentaprisma ist, das man als erste japanische Firma in die Serie gebracht hat? Und die sich einerseits über eine Serie von Pancakeobjektiven und anderen wertigen Optiken in Matallfassung und andererseits über landschafts- und wildlifeorientierte wetterfeste Ausrüstung zum halbwegs moderaten Preis definiert? Die Optiken für ein neues Bajonett (schnell) neu zu schaffen ist wirtschaftlich unmöglich, wetterfest sind die Wettbewerber im L-Mount auch und das Pentaprisma....


    Schuster bleib bei deinen Leisten.

    Es gehört eigentlich in einen eigenen Thread, aber egal:


    Die Tatsache, dass die Spezifikation und die Protokolle für einen neuen Mount ggf. bereitgestellt würden, ändert doch nichts daran, dass ein neuer Partner anhand dieser Rahmenbedingungen eine neue Kamera- und Objektiv Familie entwickeln müsste, statt einfach sein bestehendes System weiter zu pflegen. Bei der Arbeitsgeschwindigkeit von Pentax würde das sehr schrittweise stattfinden. In dieser Zeit bedienen sich die Kunden dann schwellenlos bei den anderen Systempartnern. Davon hätte Pentax nichts. Ich halte diese Option für vollkommen uninteressant für Pentax. Da wäre eine Eigenentwicklung ja noch sinnvoller. Auch daran glaube ich aber nicht. Pentax wird DSLR und Kompaktkameras verkaufen, bis sie das Geschäft einstellen.

    Ob z.B. Pentax noch Geld verdient, wird schwer zu sagen sein. Ganz offensichtlich 'leistet' man sich bei Ricoh diesen Bereich eher, als ihn zu betreiben. Gleichzeitig hat man dort mit Sicherheit die Kosten sehr stark eingedampft. Neuigkeiten gibt es dort inzwischen nur noch sehr selten, beständig ist nur die Beständigkeit. Das ist auch ein Weg.

    Mach Dir da nix draus, Flash, bei mir ist günstig auch nur 200 - 250 und Mittelklasse dann meinetwegen bis maximal 350 Euro. Mehr zu zahlen bin ich privat nicht bereit, dafür verändert sich die Technik noch zu schnell. Unsere Geschäftstelefone verwenden wir auch gerne mal 5 Jahre und mehr, da darf es dann auch teurer sein, wenn der Support passt.

    Uff.


    Wobei ich klar sagen muss, wir hatten ja damals im ersten Pixelrausch immer nach Pixelbinning gerufen. Jetzt ist es da. Und damit praktisch eine 27 MP Kamera mit Vollffarbpixeln, also so gesehen ohne Bayer Demosaicing. Bei 27 MP kann man die Bilder dann jederzeit noch mal großzügig runter sampeln und wird womöglich sehr ordentliche Daten erhalten. Das wird besser sein, als die seligen Fujis mit 6 oder 9 MP...

    [Dieses Posting bezog sich auf einen mittlerweile wieder gelöschten Beitrag von phoenix66 ]


    Kann Deinen Text nicht nachvollziehen, lese hier keinen Spott und glaube auch nicht daran, dass 'sie' sich über 'eingeschränkte Möglichkeiten' ärgern. Es gibt in meinen Augen ohnehin keine homogene Gruppe Menschen, die mit dem Smartphone fotografieren. Ich würde im Gegenteil sagen, dass nahezu jeder Benutzer eines Smartphones auch - mindestens gelegentlich - auch damit fotografiert. Das wären dann 57 von 82 Millionen Menschen in Deutschland. Oder 70%. Über eine solche Gruppe kann man keine einheitlichen Aussage treffen.


    Das Smartphone ist in der Fotografie längst einer unumstössliche Tatsache. Exotisch ist nicht mehr das Smartphone, exotisch ist eine dezidierte Kamera!

    Das gute ist ja, dass die Fotografie mit dem Glasbrettchen - logisch - keine Pflicht ist. Es ist eine Möglichkeit die aus einer anfänglichen Unmöglichkeit erwachsen ist. Dass sie heute so gut funktioniert, führt dazu, dass heutige Einsteiger schon von vornherein kein allzu großes Interesse an der konventionellen digitalen Fotografie mehr entwickeln. Wenn man in Betracht zieht, dass die Smartphones in diesem Punkt auch weiterhin noch besser werden, dann ist die Perspektive 'unserer' Kamerawelt eine älter werdende und eine semiprofessionelle.

    Ja, das geht mir auch so. Sonnenuntergang und keine Kamera dabei?...



    ... Natürlich geht so was mit Kamera, Stativ, Grau Filter und Nachbearbeitung besser. Die Frage ist halt, ob es so nicht reicht und ob der Abend (mit Freunden am Strand) so nicht erheblich unaufgeregt er bleiben konnte (konnte er!)