Posts by le spationaute

    Das tut Google sowieso. Oder Apple. Wenn man ein Telefon besitzt, das keine Tasten hat.*


    Oder Meta. Oder Microsoft. Oder alle. Kauft man eine analoge Kamera, entwickelt selbst, zeigt die Bilder nur physisch, dann wird es besser. Nimmt man eine Digitalkamera geht es auch. Allerdings erfordert es sofort mehr Aufmerksamkeit und mehr Selbstdiziplin.


    Ich meine hey, wir diskutieren diese Frage gerade in einem öffentlichen Forum im Netz.


    *Ich rede von 'normalen' Verbrauchern. Dass es Randerscheinungen gibt und man sich mit viel Know-How entziehen kann, ist mir bewusst. Ich bewerte es leider als weitestgehend irrelevant.


    Und noch eins: Smartphones haben nach meiner Wahrnehmung ein Vielfaches der Rechenleistung einer Kamera. Seit sich die Kameras preislich weit in den vierstelligen Bereich verabschieden, scheint es zwar möglich, dass sie in dieser Disziplin aufholen. Allein, mir fehlt der Glaube. Tatsächlich beherrschen Smartphones die Tricks der Aufbereitung von Sensordaten zu fertigen Bildern inzwischen weit besser als 'echte' Kameras. Den 'echten' Kameras bleibt vorerst nichts anderes Übrig, als den Nimbus der 'Echtheit' zu pflegen.


    Meine Einstellung dazu ist ambivalent. Ich schätze die Echtheit sehr und mag auch deswegen Objektive mit Charakter und Fehlern. Ich sehe aber durchaus, wie Smartphones beginnen, selbst am Lack der Systemkameras zu kratzen. Noch ist sind es Anekdoten wie die oben geschilderte aus dem Hubschrauber über der schrecklichen Flut. Aber so beginnt es.


    Ich selbst greife im Dunkeln auch gerne zum Smartphone, mindestens als Backup.


    Das Bild oben ist entstanden bei Regen im Wald und bei hereinbrechender Dämmerung, letzten Donnerstag nach 18:00 Uhr. Trotzdem muss ich es auf 80% jpg-Qualität und auf eine Breite von 800 px runtermurksen, um es hier im Forum zeigen zu können. Kamera: Motorola One Zoom. Bald drei Jahre alt und damals gerade mal gut 300 Euro teuer.

    Auch wenn der Halbleitermarkt starken Schwankungen unterliegt, wäre eine Deglobalisierung und Dezentralisierung sinnvoll.


    So richtig entscheidend für unser Spielzeug ist das aber in meinen Augen nicht. Hier wird von den Verkaufszahlen allenfalls eine Konsolidierung auf niedrigem Niveau zu erwarten sein (ich rechne sogar mit weiterem Schrumpfen) was die Preise weiter in die Höhe treiben wird. Und unten erobern die Smartphones nun auch den Bereich zoomender Kompaktkameras, teilweise mit Qualitäten (der Software), die auch Systemkameras sozusagen 'erblassen' lassen...

    Ich fotografiere selbst viel mit dem Smartphone. Diese Geräte betrachte ich inzwischen klar als drittes technisches Standbein der digitalen Fotografie neben Systemkameras (incl. DSLR) und Kompaktkameras. Jede dieser drei Gattungen hat ihre Stärken und Vorteile gegenüber den jeweils anderen Kamerakonzepten. Wenn man diese Stärken konsequent nutzt und die Schwächen gezielt vermeidet steht das Smartphone für mich sozusagen gleichwertig da. Die Zeiten, in denen es ein Makel war, mit dem Smartphone zu fotografieren, sind aus meiner Sicht eindeutig vorbei.


    Die technische Entwicklung der Smartphone-Kameramodule verfolge uch mit ähnlichem Interesse, wie ich es damals bei den Vollblut-Kameras getan habe.


    Was haben wir uns damals die Köpfe um die 6-Megapixel-Grenze zerbrochen. Heutige Smartphones stecken die Damaligen Stars am Kompaktkamerahimmel locker in die Tasche. Sei es trotz 12 oder trotz 48, trotz 108 oder sogar trotz 200 MP.

    Das Thema 'Handel' sieht in Japan ja auch anders aus als bei uns. Soweit ich weiß, stellt ein Hersteller dort eigene Verkäufer in die verschiedenen (konkurrierenden) Handelshäuser. Wenn da die Stückzahl nachlässt, wird das sehr schnell sehr teuer. Insofern verlegt man sich dort nun also auf Flagshipstores und Onlinehandel. So verstehe ich das.


    Tendenziell wird hierzulande ähnliches passieren. Genauer gesagt: es ist schon passiert. Niedergelassene Händler mit Pentaxsortiment sind - trotz Deiner Aufzählung, ice-dragon - selten und welche Wertschätzung sie von Ricoh Europa erhalten, sieht man ja an der 'Vollständigkeit' der Händlersuche auf der Website. Es bleiben ein paar Versender - auch solche mit Ladengeschäften, die den Vertrieb auf sich konzentrieren, bis Ricoh irgendwann den Stecker zieht und sich das selbst zutraut. Im vielsprachigen Europa ist das hoffentlich eher später als früher der Fall.


    Und um zu unserem Threadtitel zurück zu kommen. Von der Massenproduktion hatte sich Pentax sowieso schon verabschiedet. Jetzt macht man eben aus den bestehenden Tatsachen ein neues Credo. Und das ist nichts anderes als logisch!

    Pentax USA wird rudern können so viel sie wollen, entschieden wird sowas sicher in Japan. Ich glaube ebenfalls nicht, dass das Konzept sofort hart weltweit eingeführt wird, mittelfristig halte ich es jedoch für wahrscheinlich. Hierzulande ist die Pentax-Website längst sehr 'zentral' auf den Direktverkauf ausgerichtet. Die Programmierung / Strukturierung ist zwar noch nicht sehr gelungen, die ganze Website ist aber gleichzeitig auch ein Shop. Unterdessen werden - wie Du richtigerweise andeutest - niedergelassene Vertragshändler immer seltener. Die Website weist für ganz Deutschland nur noch drei Händler aus (wobei ich auch das eher für einen Fehler der Website halte als für eine Tatsache)!


    Der gute Schachzug: Wenn man irgendwann auch die Belieferung von Online-Händlern einstellt, hat man das Problem des allmählichen Verfalls der Verkaufspreise eines Produktes über die Produktlaufzeit im Griff*. Schnäppchenjäger hassen so was. Was eben auch bedeutet, dass man endgültig vom Image der 'Studentenmarke' weg will. Große Wertschöpfung bei kleinen Stückzahlen. Kameraweltmarkt 2022!


    * Wobei man sagen muss, dass es ohnehin bedauerlich selten geworden ist, dass man mal ein bestimmtes Produkt unterhalb der UVP antrifft. Für die K-3III werden konsequent 1.999 Euro aufgerufen, (fast) egal, wo man kauft. Für mich ein uninteressanter Preis. Meine KP hatte ich noch für 800,- Euro bekommen.

    Ich halte das - mit Verlaub - auch ein bisschen für des Kaisers neue Kleider. Ricoh (mit Pentax) ist ohnehin schon mini. Und sie sind schon lange damit beschäftigt, wild individualisierte Kameragehäuse zu bauen und / oder äußerst befremdliche Sondereditionen aufzulegen.


    Ich sehe das trotzdem positiv. Warum? Weil es mindestens vorerst bedeutet, dass Pentax sich mit seiner 'Größe' zu arrangieren weiss, mit den Realitäten am Kameramarkt.

    Ich packe die folgende Nachricht hier rein, weil ich finde, dass sie in diesen Kontext gut passt.


    Pentax hat sich offenbar so klein geschrumpft, dass man sich dort jetzt ein neues Selbstverständnis gibt. Massenhersteller ade, Manufaktur olé!


    https://petapixel.com/2022/01/…-direct-to-consumer-only/


    Ich werde das aufmerksam beobachten. Grundsätzlich halte ich das für folgerichtig. Auf der anderen Seite sehe ich die Preisgestaltung endgültig aus den Regionen gleiten, die ich für mich noch interessant sind.

    Die Krux bei der Geschichte, wie auch den von Norbert und Stefan vorher angesprochenen Eigenschaften, ist die schlichte Nichtvermittelbarkeit über dieses Medium hier.



    Das veranlasste mich jetzt heute morgen, in die Vitrine zu greifen (meine Hand, nicht meine Kamera, Leihgabe). Und ja, das Gefühl ist anders als bei meinen neueren Kameras.


    Auch die KP, die ich wirklich mag und die für sich genommen ein kompakter aber gewichtiger Brocken Technik mit lebendiger Beziehung zur Vergangenheit ist, fühlt sich im Vergleich halt an wie Bruder Leichtfuß.


    Und was Fuji angeht, die machen die in meinen Augen immer noch sehr viel richtig und bauen Kaneras und Objektive mit Anmutung. Aus eigener Anschauung (über einen befreundeten Blogger) kenne ich die X100V und die X-pro-Serie. Beide sind beeindruckende Stücke Technik, die aber trotzdem Seele ausstrahlen.