Posts by le spationaute

    Das Thema 'Handel' sieht in Japan ja auch anders aus als bei uns. Soweit ich weiß, stellt ein Hersteller dort eigene Verkäufer in die verschiedenen (konkurrierenden) Handelshäuser. Wenn da die Stückzahl nachlässt, wird das sehr schnell sehr teuer. Insofern verlegt man sich dort nun also auf Flagshipstores und Onlinehandel. So verstehe ich das.


    Tendenziell wird hierzulande ähnliches passieren. Genauer gesagt: es ist schon passiert. Niedergelassene Händler mit Pentaxsortiment sind - trotz Deiner Aufzählung, ice-dragon - selten und welche Wertschätzung sie von Ricoh Europa erhalten, sieht man ja an der 'Vollständigkeit' der Händlersuche auf der Website. Es bleiben ein paar Versender - auch solche mit Ladengeschäften, die den Vertrieb auf sich konzentrieren, bis Ricoh irgendwann den Stecker zieht und sich das selbst zutraut. Im vielsprachigen Europa ist das hoffentlich eher später als früher der Fall.


    Und um zu unserem Threadtitel zurück zu kommen. Von der Massenproduktion hatte sich Pentax sowieso schon verabschiedet. Jetzt macht man eben aus den bestehenden Tatsachen ein neues Credo. Und das ist nichts anderes als logisch!

    Pentax USA wird rudern können so viel sie wollen, entschieden wird sowas sicher in Japan. Ich glaube ebenfalls nicht, dass das Konzept sofort hart weltweit eingeführt wird, mittelfristig halte ich es jedoch für wahrscheinlich. Hierzulande ist die Pentax-Website längst sehr 'zentral' auf den Direktverkauf ausgerichtet. Die Programmierung / Strukturierung ist zwar noch nicht sehr gelungen, die ganze Website ist aber gleichzeitig auch ein Shop. Unterdessen werden - wie Du richtigerweise andeutest - niedergelassene Vertragshändler immer seltener. Die Website weist für ganz Deutschland nur noch drei Händler aus (wobei ich auch das eher für einen Fehler der Website halte als für eine Tatsache)!


    Der gute Schachzug: Wenn man irgendwann auch die Belieferung von Online-Händlern einstellt, hat man das Problem des allmählichen Verfalls der Verkaufspreise eines Produktes über die Produktlaufzeit im Griff*. Schnäppchenjäger hassen so was. Was eben auch bedeutet, dass man endgültig vom Image der 'Studentenmarke' weg will. Große Wertschöpfung bei kleinen Stückzahlen. Kameraweltmarkt 2022!


    * Wobei man sagen muss, dass es ohnehin bedauerlich selten geworden ist, dass man mal ein bestimmtes Produkt unterhalb der UVP antrifft. Für die K-3III werden konsequent 1.999 Euro aufgerufen, (fast) egal, wo man kauft. Für mich ein uninteressanter Preis. Meine KP hatte ich noch für 800,- Euro bekommen.

    Ich halte das - mit Verlaub - auch ein bisschen für des Kaisers neue Kleider. Ricoh (mit Pentax) ist ohnehin schon mini. Und sie sind schon lange damit beschäftigt, wild individualisierte Kameragehäuse zu bauen und / oder äußerst befremdliche Sondereditionen aufzulegen.


    Ich sehe das trotzdem positiv. Warum? Weil es mindestens vorerst bedeutet, dass Pentax sich mit seiner 'Größe' zu arrangieren weiss, mit den Realitäten am Kameramarkt.

    Ich packe die folgende Nachricht hier rein, weil ich finde, dass sie in diesen Kontext gut passt.


    Pentax hat sich offenbar so klein geschrumpft, dass man sich dort jetzt ein neues Selbstverständnis gibt. Massenhersteller ade, Manufaktur olé!


    https://petapixel.com/2022/01/…-direct-to-consumer-only/


    Ich werde das aufmerksam beobachten. Grundsätzlich halte ich das für folgerichtig. Auf der anderen Seite sehe ich die Preisgestaltung endgültig aus den Regionen gleiten, die ich für mich noch interessant sind.

    Die Krux bei der Geschichte, wie auch den von Norbert und Stefan vorher angesprochenen Eigenschaften, ist die schlichte Nichtvermittelbarkeit über dieses Medium hier.



    Das veranlasste mich jetzt heute morgen, in die Vitrine zu greifen (meine Hand, nicht meine Kamera, Leihgabe). Und ja, das Gefühl ist anders als bei meinen neueren Kameras.


    Auch die KP, die ich wirklich mag und die für sich genommen ein kompakter aber gewichtiger Brocken Technik mit lebendiger Beziehung zur Vergangenheit ist, fühlt sich im Vergleich halt an wie Bruder Leichtfuß.


    Und was Fuji angeht, die machen die in meinen Augen immer noch sehr viel richtig und bauen Kaneras und Objektive mit Anmutung. Aus eigener Anschauung (über einen befreundeten Blogger) kenne ich die X100V und die X-pro-Serie. Beide sind beeindruckende Stücke Technik, die aber trotzdem Seele ausstrahlen.

    Mich wundert eher, dass Kamerahersteller, die früher Komaktkameras im Angebot hatten nicht bei Smartphones in Erscheinung treten. Heute isch die Katz wahrscheinlich scho dr Baum nuff aber eigentlich würde ich mich immer noch über ein Canon oder Nikon Smartphone freuen, das - wie weiland bei Samsung versucht - eine aktuelle Smartphonearchitektur mit einer besonderen Kameraausstattung verbindet. Ich hätte auch keine Einwände gegen ein gut gemachtes Smartphone mit doppelter Bautiefe, das dafür eine ordentliche Ergonomie und Haptik mitbringt. Aber darauf werde ich wohl vergebens warten. Stattdessen geben altgediente Nobelmarken ihren Namen für Smartphones - und sonst nichts.

    Na ja, auch deswegen geb ich Pentax nicht auf. Das passt auch für 53 jährige, die auf Cash, Bowie, Gahan, Smudo oder Alan Walker, auf Valente, Krall, O'Connor, Ditto oder Eilish stehen.

    Erschreckend ist auch, dass selbst geübten langjährigen Amateurfotografen oftmals nicht klar ist, ob ein Bild vom Smartphone oder aus der FZ1000 kommt, wenn sie es am Monitor oder TV anschauen.

    ich bin ja selbst bekennender Smartphoneograf. Letztes Jahr hab ich mein großes Buch-Projekt auf der Grundlage von bald 10 Jahre alten iPhone-Bildern realisiert (https://stefansenf.de/remaster…fuetzen-und-schattenseen/) und das Jahr davor einen ganzen Urlaub nur mit dem Smartphone fotografiert und noch vor Ort zu einem Urlaubsbbilderbuch verarbeitet, das älteren und 'professionelleren' Urlaubsbüchern im Ergebnis nicht nachsteht...



    ...und trotzdem: ich finde schon, dass man den Unterschied zwischen einem Smartphone-Bild und einem Bild aus der DSLR meistens sehen kann. Und zwar gerade daran, dass die Farben und die Dynamik anders sind. Inzwischen muss man vielleicht sagen: weniger dramatisch, weniger gefällig, weniger krass. Dafür spürt man vielleicht mehr Charakter des Objektivs (wenn es noch welchen hat) und die Struktur des Bildes ist stimmiger, homogener, echter.


    Aber: Heute habe ich einen Test der M11 gelesen. Der Autor begann bei der ersten Leica und der Reaktion der damaligen Profifotografen mit ihren Mittel- und großformatigen Kameras. Und es wies völlig zu Recht auf die Parallelen hin, wie heute (noch) Ab und zu über Smartphones gedacht und geredet wird.

    Seit der erschreckenden Erkenntnis daß es mir vor lauter Ersatzgeräten an einer Perspektive für ein Ersatzleben mangelt verfolge ich solche Strategien nicht mehr :ugly:

    :lol::daumenhoch:


    Vielleicht ruht meine sich verstärkende Unlust, mir neue Ausrüstung zu kaufen auch auf ähnlichen Fundamenten.

    Ponti Doch, ich liebäugle immer mir schönen neuen Spielzeugen (da bin ich auch - zumindest teilweise - auf einem anderen Dampfer wie manolo ) und werde mir bestimmt über kurz oder lang wieder einen Nachfolger für die KP kaufen. Aber da ich vehementer Anhänger des optischen Suchers bin, wird meine Auswahl schmal und schmäler. Und der Gedanke meine mühsam zusammengestellte Objektivsammlung der Laune zu opfern, jetzt plötzlich einen Kleinbildsensor oder ein anderes Kameraabrikat zu 'brauchen' erscheint mir geradezu absurd. Von daher bin ch entspannt aber aufmerksam. Nicht, dass mir irgendwann die letzte Möglichkeit entgeht, noch ein Ersatzgerät für mein System zu ergattern...

    Panasonic steht technisch mit den z.Zt 'Großen' (Sony, Canon) auf einem Level. Trotzdem sind sie in Schwierigkeiten, wie Nikon auch. Dass der Prozess des Schrumpfens nicht einfach ist, sieht man an Pentax, die diesen Weg weitgehend hinter sich haben (hoffe ich) und jetzt eine kleine Nische bedienen. Das wird vermutlich auch nicht ewig so gehen aber das wird man dann sehen müssen...


    Es ist, wie es ist. Der Massenmarkt wird vom Smartphone besetzt und das in immer besserer Qualität. Den Kameraherstellern bleiben nur die Profis und eine Gruppe der Amateure.


    Der Weg von der hohen Stückzahl zur hohen Marge ist ja aber auch längst beschritten. Noch einmal Pentax: doet kostet die neue APS-C-Kamera (K-3 III) rund 1700 Euro Marktpreis (ohne jetzt nachgesehen zu haben). Auch die ältere KP kostet mittlerweile über 1000,- Euro. Ich hatte die K10D und die K-5, aktuell die KP und habe für diese Kameras nie mehr als 800 Euro angelegt. Das Preisniveau hat sich den geringen Stückzahlen angepasst.

    Weil mich das Bild von Stefan "Le Spationaut" im Adventskalenderthread daran erinnert hat, dass coronabedingt die "to do list" immer länger wird. Auch, was diesen Bezug zur Wilhelma und der gezeigten Damaszenerhalle angeht :smile:


    So richtig verstehe ich Deinen Beitrag noch nicht, lieber Achim. Aber wann auch immer Du in Stuttgart die historischen Bauten 'meiner' schönen Wilhelma besuchen möchtest, würde ich gern meine Mitgliedskarte um Förderverein zücken und Dir Gesellschaft leisten ;-)