Posts by PhilippV3

    Ich fürchte, du bist zu optimistisch.

    Na ja, echten Optimismus kann ich in meinem Post jetzt nicht wirklich erkennen, der ganze Markt wird sich meiner Vermutung nach halt irgendwann auf einem niedrigen Level einpendeln. Ich sehe nur nicht so schwarz, dass ich von einem völligen Kollaps und einem Ende der aktiven Weiterentwicklung dieser Sparte in absehbarer Zeit ausgehe.


    Deinen Pessimismus kann ich allerdings auch nicht nachvollziehen. So sehr man den Erfolg des Smartphones anerkennen muss und insbesondere die Möglichkeiten der Computational Photography, die mittlerweile recht beeindruckend sind, so darf man trotzdem eines nicht außer Acht lassen: Nur weil ein Smartphone etwas (gut) kann, heißt das noch lange nicht, dass es für Profis (oder die, die es gerne wären) interessant wäre.


    Für das Smartphone gibt es bspw. mittlerweile recht gute Videoschnitt-Apps. Ein Freund von mir schneidet seine Drohnen-Videos ausschließlich mit dem Smartphone und da muss ich mich als Hobbyist am PC mitunter ganz schön strecken, bis ich das so hinbekomme. Aber kein professioneller Video-Cutter käme jemals auch nur im Ansatz auf die Idee, seine Video-Produktionen auf einem Smartphone zu schneiden.

    Anderes Beispiel: Auch grafisch recht anspruchsvolle Spiele sind mittlerweile auf einem Smartphone gut und flüssig spielbar. Aber auch das führt nicht dazu, dass die ganzen Gamer ihre PC-/Konsolen-Ausrüstung aufgeben. Weil die keinerlei Interesse daran haben, an so einem kleinen Gerät mit null haptischem Feedback an ihren Fingern ihr Spielerlebnis zu trüben. Und das könnte man noch fortführen, gerade auch was Bildbearbeitung und anderen Anwendungen angeht.


    Überall da, wo professionelles Werkzeug (vermeintlich oder wirklich) benötigt wird, kommt man mit dem Smartphone einfach schnell an seine Grenzen. Und dabei lasse ich den technologischen Vorsprung und die bessere Qualität von Systemkameras mal ganz bewusst außen vor. Da genügt allein schon das, was aeirich geschrieben hat. Das hat etwas mit Werkzeug, Bedienung, Haptik, Ergonomie, Workflow, Schnittstellen zu tun.


    Sobald Hobby/Spaß im Vordergrund stehen, spielt das Smartphone natürlich seine Stärken aus. Und deshalb ist es ja auch gerade in diesen Bereichen so erfolgreich, in der Gelegenheits-Fotografie, im Gelegenheits-Videoschnitt, beim Musikhören, für soziale Medien, für Gelegenheits-Spieler, usw.


    Eine klassische Kamera mit oder ohne Wechselobjektiv wird zukünftig evtl. das Äquivalent zu einem Cabrio sein. Braucht man nicht, ist aber schön wenn man's mag und hat.

    Ich stimme dir ansonsten voll und ganz zu, aber hier denke ich wie gesagt, dass es für klassische Kamera, also Geräte, die speziell für diesen Zweck entwickelt/gebaut werden, immer auch einen tatsächlichen Bedarf geben wird und nicht nur einen eingebildeten.

    Ich stell mir das vor wie den Markt für Plattenspieler: wer einen will, kann einen kaufen - es gibt noch ein Angebot. Aber weiterentwickelt wird da nichts mehr.

    Ich weiß ja nicht, solche oder ähnliche Vergleiche liest man immer wieder, aber ich finde das hinkt irgendwie.


    Hier geht es doch nicht nur um einen winzigen Markt audiophiler Liebhaber. Fotografie ist eben nicht nur Hobby: Kein News-Artikel kommt ohne Bild aus, kein Sportereignis ohne zig Fotografen, ebenso Dokumentationen, Werbung, dann sind da noch Hochzeiten, Geburten, Models, usw. Es gibt einfach sehr viel Presse/Agenturen, Kreativschaffende, Hochzeits-, Studiofotografen, die allesamt auf professionelles Equipment setzen müssen und die eine stabile Absatzmenge garantieren. Und eine gewisse Menge an Hobbyisten, die diesem Niveau nacheifert, wird es auch immer geben.


    Klar, das alles auf sehr viel niedrigerem Niveau als noch vor ein paar Jahren und vermutlich werden Samsung und Olympus nicht die letzten Hersteller gewesen sein, die zu drastischen Maßnahmen greifen müssen. Aber dass es irgendwann gar keine Weiterentwicklung mehr geben wird, glaube ich wirklich nicht.

    Die Grafik zeigt es ja deutlich: Der Absatz pendelt sich gerade wieder auf dem Niveau der Analog-Ära Ende des letzten Jahrtausends ein. Aber auch damals war ja Platz für mehr als nur zwei, drei Hersteller.


    Der Plattenspieler hat seine Entsprechung für mich da schon eher in der Polaroid-/Analogfotografie. Das ist in der Tat ein reiner, kleiner Liebhaber-Markt...

    Ich habe nirgends einen Thread zur Vorstellung gefunden. Deshalb hier. Mein Name ist Franz und ich fotografiere schon eine ganze Weile. Meine Hauptinteressen liegen in der Naturfotografie, also alles was kreucht und fleucht.

    Herzlich willkommen im DFT! :winke:


    Der Thread, den du vielleicht gesucht hast, ist dieser hier: Ich bin jetzt hier.


    Wenn du magst, kann ich deinen Beitrag und den darauffolgenden dorthin verschieben, vielleicht wollen ja noch mehr Hallo sagen. Ansonsten können wir aber auch einfach alles so stehen lassen, wir sind da ganz entspannt... :kaffee:

    Pavel Kaplun hatte zu dem Thema vor ein paar Monaten ja mal ein interessantes Video gemacht, dass viele Diskussionen ausgelöst hatte, aber im Grunde hat er recht, finde ich:

    Mittlerweile gibt es quasi die Fortsetzung zu dem Video. Und es ist wirklich erstaunlich, was sich zwischenzeitlich schon wieder getan hat:


    Vor allem die Erläuterungen, warum ein Wettbewerber unterstützt wird, kann ich bestätigen.

    Ja, nur braucht Nikon meiner Meinung nach weniger eine Finanzspritze, sondern vielmehr eine klare Zukunftsstrategie. Wie man an der Grafik sehr gut sieht, hat Nikon bis einschl. 2019 richtig kräftige Gewinne eingefahren (als einer der ganz wenigen Kamera-Hersteller übrigens). Die Liquidität dürfte nach einem einzigen Verlustjahr also nicht das dringlichste Problem sein, bis 2022 will man außerdem die Kosten um 56% senken.


    Aber wenn sie es nicht hinbekommen, das Ruder strategisch herumzureißen, bringt ja noch so viel Geld nichts. Wie in dem Petapixel-Artikel richtig ausgeführt, hat das schon bei Olympus nicht funktioniert. Trotz der riesigen Hilfen von 2012 ging es weiter siechend bergab und mündete letztlich im Verkauf der Fotosparte.


    Und Nikon fehlt momentan einfach eine klare Strategie:

    • Alte F-Mount Zöpfe wollte man nicht abschneiden und entwickelt parallel zum Z-System noch die D780 und die D6, aktuell scheint auch ein D850-Nachfolger in der Pipeline zu sein. Dass Nikon aber nicht ewig zweigleisig fahren kann, ist auch allen klar, wirklich in den F-Mount investieren will daher trotzdem niemand mehr.
    • Auch das DX-Lager will man mit der Z50 wohl irgendwie bei Laune halten. Aber sie bietet einerseits mangels IBIS keinerlei Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz und das Objektiv-Angebot ist peinlich winzig. Einzig ein lichtschwaches 18-140mm steht momentan auf der Roadmap.
    • Die Z6/7-Kameras werden preislich auf Augenhöhe mit der Sony-Konkurrenz platziert, obwohl sie technologisch und beim Objektiv-Angebot da noch nicht mithalten konnten. Dass sie zwar bei den DSLRs technologisch ganz vorne dabei waren, aber im DSLM-Sektor nun der Underdog waren, der sich erstmal ein Standing erarbeiten musste, hatte Nikon von Anfang an nicht verstanden. Das Ergebnis war letztlich, dass sie quasi zum Ramschpreis und damit wiederum völlig unter Wert abverkauft wurden.
    • Das Objektivangebot für den Z-Mount ist ebenfalls irgendwie grotesk. Zwar kann ich nun zwischen drei(!) 50er-Festbrennweiten wählen, eine besser wie die andere, aber andererseits kein einziges bezahlbares Tele kaufen.

    Das alles wirkt zumindest auf mich so, als habe man sich ziemlich verzettelt, da kommt momentan nichts halbes und nichts ganzes beim Kunden an und die Verunsicherung ist riesig. Ich hoffe, sie finden wieder in die Spur zurück und finden ihren Platz am Markt...

    "Glücklicherweise" bin ich immer noch mit mit der 5er Version unterwegs.

    Kurze Wasserstandsmeldung meinerseits: Ich bin ebenfalls noch mit Lightroom 5.7 unterwegs und im Wesentlichen auch immer noch recht zufrieden. Nachdem ich nach der Ankündigung des Abo-Modells anfangs einige andere Konverter getestet hatte und mich keiner so richtig überzeugt hat, habe ich das Thema nun einfach aufgeschoben bis zum nächsten Kamerakauf... :kaffee:

    Tja, und wie jedes Jahr stellt sich die Frage, ob zumachen oder weitermachen mit diesem Thread? Nach drei Jahren lässt das Interesse doch merklich nach, und selbst die Hartgesottenen verlassen inzwischen die Fahne. Macht aber nichts, alles hat seine Zeit.

    Wäre trotzdem schade. Auch wenn ich zu denen gehöre, die kaum Input geliefert haben, fand ich die Idee dieses Threads wirklich gut, Bilder gezielt für einen Monat zu selektieren, Klasse statt Masse.


    Daher hoffe ich, dass es weitergeht und steuere mal wieder ein Bild bei. Für den Januar wähle ich diese gestern entstandene Aufnahme aus dem schönen Hornberg im momentan tief verschneiten Schwarzwald. Die Häuser und das Viadukt erinnerten mich irgendwie an eine Modell-Eisenbahn: