Kaufberatung neues Stativ

  • Liebe Fotofreunde,
    auf digitalkamera.de bekomme ich leider keine Antworten, daher neuer Versuch hier:
    Nachdem vorgestern mein Benbo Trecker kaputt gegangen ist, muss ein neues Stativ her. Ich dachte, dass Manfrotto einen guten Ruf hat und das MT055XPRO3 gefunden, aber es gibt einen Bodensatz an negativen Bewertugen bei Amazon. Auch Gitzo hat einen guten Ruf, aber sehr teuer. Welches würdet ihr empfehlen?
    Ich habe eine Olympus MFT, so dass die Tragfähigkeit nicht so groß sein muss. Stabil sollte es natürlich schon sein. Kugelkopf ist noch i. O., d. h. das neue Stativ müsste ohne sein. Ca. 170 cm Höhe wäre OK:
    Viele Grüße - Ulrich

  • Unabhängig von mFT sind Deine Anforderungen ja konkret. Ca. 170 cm hoch, ggf. Kugelkopf und es soll nicht wackeln.


    Für diese Höhe und "nicht wackeln" habe ich ein Cullmann Magnesit 528 im Einsatz. Es ist nicht gerade ein Leichtgewicht, aber da wackelt nichts. Die Magnetisitserie ist auch sehr stabil und haltbar.


    Es gibt sicherlich leichtere Teile von anderen Herstellern, aber ich habe damit nur gute Erfahrungen gemacht. Da passt alles rauf und es steht wie eine 1.


    Meine mFT + Cameracase mit Matebox, extra 7-Zoll-Monitor, extra Mikro und Flüssigvideoneiger geht da genauso rauf, wie ein JVC GY-HD 110 3CCD HDV-CamCorder.



    Früher hatte ich meine Nikon D200+Batteriegriff (2 Akkus)+70-200 2,8 darauf.



    Alles stand oder steht darauf absolut fest.

  • Meine Standardantwort wäre ein gebrauchtes Manfrotto MA 144B.
    Bekommt man regelmässig für maximal 80 Euro, teilweise sogar mit Kopf.


    Ist nicht das leichteste, aber sehr stabil und gebraucht nachgerade billig,
    dabei mit guter Maximalhöhe.


    Ich hab zwei davon.


    Ausserdem habe ich zwei MA 0190, ein MA 161 MkII B, ein MA 132 und
    ein MA 350B, dazu zwei Säulenstative von Plaubel und Manfrotto für's Studio.


    Die 144er sind meine meistverwendeten Stative.

  • Danke auch für diese Hinweise. Die MA-Serie scheint ausgelaufen zu sein und ich bin mir nicht sicher, ob die Nachfolgemodelle genau so gut sind. MA 144 habe ich kein Angebot für gebraucht gefunden. Vielleicht muss man es eine Zeit lang beobachten.


    Auch das empfohlene Cullman Magnesit ist zzt. nicht bekommen. Auf der Website ist es aufgeführt und ich habe mal angefragt, ob es ausgelaufen ist oder nur ein vorüber gehender Lieferengpass.

  • Stabil sollte es natürlich schon sein. Kugelkopf ist noch i. O., d. h. das neue Stativ müsste ohne sein.



    Ca. 170 cm Höhe wäre OK:


    ... und genau da werden die Anforderungen interessant! Stabil im Sinne von "tragfähig" sollte i.d.R. kein Problem sein, die meisten Stative abseits der Grabbeltische im Supermarkt dürften problemlos in der Lage sein, eine Kamera zu tragen, ohne dabei gleich unter der Last von 1-2 kg zusammenzubrechen. Stabil im Sinne von "Verwindungssteifigkeit" und "schwingungsarm" ist da schon eine andere Sache. Ganz besonders dann, wenn man es gewohnt ist, sämtliche Stativbeine voll auszufahren und vielleicht sogar noch die Mittelsäule zusätzlich zu verwenden. Als Beispiel nenne ich da mal typische "Reisestative", deren unterste Segmente manchmal nur noch Bleistift-dünn ausfallen, Mittelsäulen mit nur einer Befestigungsebene und als Material Aluminium mit eher schlechten Schwingungseigenschaften. Wenn man solche Kandidaten mal richtig anpackt und im aufgestellten Zustand testet, wie leicht sie sich um die Längsachse verdrehen lassen, wie leicht sich die Beine durchbiegen und wackeln lassen und wie die Mittelsäule fixiert ist (ebenfalls Gewackel bei Belastung), dann kann ich nur von solchen Kandidaten abraten. Ein Stativ sollte vor allem auch in voll ausgefahrenem Zustand ein Mindestmaß an Stabilität bringen.


    Von daher ist halt auch die Frage, welches Gewicht Du zu tragen bereit bist, welches Packmaß als Maximum infrage kommt und auch, wie niedrig es aufgestellt werden können soll, sprich - welche Mindesthöhe soll es haben.


    Gerade was die Verwindungssteifigkeit im voll ausgezogenen Zustand angeht, konnten mich bisher nur sehr wenige Stative überzeugen, ganz gleich, welcher Hersteller und was für supidupi Bezeichnungen die Teile auch hatten, da würde ich also dringend anraten, dies zu testen, wenn möglich.


    Ich selbst schleppe ein Velbon 830, ein Stativ wie ein Fels, das sich bei Wind und Wetter, bei Bergtouren als auch im Wasser (Flüsse, Meer) seit Jahren bestens bewährt hat und auch mit schweren Köpfen (Pano-Adapter / Getriebeneiger etc.) keinerlei Schwächen zeigt und selbst bei starkem Wind nicht aus der Ruhe kommt. Damals hatte ich auch die Überlegung, mir ein 055er Manfrotto zu holen, aber im Vergleich zum Velbon ist das eher ein "Spielzeug". Nachteil ist allerdings die Schlepperei und das Packmaß, aber das ist es mir einfach wert, da ich sehr viel mit Multishot-Technik arbeite und Stabilität ist da das Wichtigste von allem ...
    Wie gesagt, es kommt auf die Ansprüche an ... ;-)



    Mit liebem Gruß
    Frank

    Der Augenblick ist jenes Zweideutige, darin Zeit und Ewigkeit einander berühren. Kierkegaard

  • Das lässt vermuten, dass Du es schon länger hast und dass die Haltbarkeit gut ist?

    Ja, Deine Vermutung ist richtig. Ich habe es vor 6 Jahren zum 50.Geburtstag bekommen. Genau ist es das Modell 528Q. Da kann man die Mittelsäule auch noch wegklappen. Neu geht wahrscheinlich nicht mehr, auf der Webseite habe ich es nicht mehr gesehen.


    Aber was VisualPursuit und Picturehunter schrieben stimmt auch mit meinem Vorschlag überein. Verwindungssteifheit und die Dicke der Beine sind wichtig. Die Marken und Modelle sind da nicht so vorrangig. Geh mal in einen Laden und fahre die Stative auf volle Länge aus. Du wirst sofort merken, was wir meinen. Da gibt es preiswerte Stative, die stehen wie eine 1 und es gibt teure, die wackeln wie die Lämmerschwänze.


    Bei Gewicht und Stabilität muss man immer Kompromisse eingehen.


    Ich habe auch noch Reisestative, die zum Teil ausgefahren wackeln, aber sehr klein und leicht sind. Also wird es auf Reisen nicht voll ausgefahren. Ein anderes ist zwar klein, aber wieder sehr schwer. Das kann ich aber voll ausfahren. Das leichte kommt ins Fluggepäck, dass schwere ist bei Autoreisen dabei.


    Aber von einer bestimmten Marke würde ich es nicht abhängig machen. Ich bin nur bei Cullmann gelandet, weil es seiner Zeit im Sonderangebot war. Ich hätte auch jede andere Marke genommen, wenn´s preislich gepasst hätte.

  • MA 144 habe ich kein Angebot für gebraucht gefunden.

    Suchworte "Manfrotto MA 144": Manfrotto Kamerastativ MA 144B mit Kugelkopf MA 108 ( ohne Kameraplatte ) | eBay Preis okay
    Manfrotto Stativ tripod MA 144 für multiblitz mit Stativkopf 115 | eBay Zu teuer



    Ein Kumpel von mir hat gerade noch auf ein silbern/alufarbenes bei 50 Euro
    Sofortkauf einen Preisvorschlag für 40 Euro gemacht und den Zuschlag bekommen.

  • Da gibt es preiswerte Stative, die stehen wie eine 1 und es gibt teure, die wackeln wie die Lämmerschwänze.

    Die 144er sind jetzt preiswert, weil die nur alte Säcke wie ich kennen.
    Waren mal eher preisliche Oberklasse. Wurden in den 80ern gebaut,
    vielleicht auch noch in den frühen 90ern. Schadet nichts, die gebrauchten
    sind heute noch wie neu.

  • Ich schließe mich mal der Empfehlung zum Gebrauchtmarkt an... :smile:


    Mit etwas Geduld kommt man bei ebay sehr günstig an sehr gute Stative. Das MA 144 wurde ja schon genannt, da lohnt es sich sicher, etwas Geduld mitzubringen. Hat man diese nicht, kann ich aus eigener Erfahrung das Manfrotto 055XB empfehlen, das habe ich vor einiger Zeit sehr günstig in quasi neuwertigem Zustand erstanden und bin damit hochzufrieden. Der Vorteil ist, dass dieses Stativ sehr weit verbreitet ist und es demgemäß auch sehr viel angeboten wird. Und auch wenn das bei Manfrotto sicher noch nicht die Profi-Klasse darstellt und @Picturehunter das als Spielzeug abtun mag (pfff... :mrgreen: ), so ist es Manfrotto-typisch solide gebaut (Vollmetall bis zur letzten Klemme... :daumenhoch: ) und steht sicher und stabil, auch voll ausgefahren. Die Langzeit-Belichtungen, die ich hier in letzter Zeit hin und wieder gezeigt habe, sind allesamt damit entstanden, und das bei teils heftigem Wind (...so heftig, dass mir ein wild umherfliegender Kameragurt das ein oder andere Bild verhunzt hat, nicht aber das Stativ...)


    Aber das ist nur ein Beispiel von vielen. Wenn man sieht, wie günstig Qualität von gestern mitunter den Besitzer wechselt, würde ich mir jedenfalls einen Neukauf zweimal überlegen. Außer natürlich, man legt sehr viel Wert auf Leichtigkeit, dann sind die Leichtbau-Stabile neuester Generation natürlich klar im Vorteil...

  • ... und @Picturehunter das als Spielzeug abtun mag (pfff... :mrgreen: ) ...

    :mrgreen::mrgreen::mrgreen: ... ja, das war böse, ich gebe es ja zu :razz:


    Das 055er Manfrotto ist schon ein sehr ordentliches Stativ, keine Frage. Ich weiß nicht, ob es noch immer als "Forums Stativ" bezeichnet wird, womit wohl allgemeine Zufriedenheit zum Ausdruck gebracht wird, aber ich meine mich zumindest an solche Bezeichnungen in diversen Foto-Foren erinnern zu können. ;-)



    Vielleicht wäre da noch die Sache mit den Verschlüssen eine Überlegung wert: bei der Frage, ob nun Klipps oder Drehverschlüsse, scheiden sich wohl die Geister. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: nie wieder Klippverschlüsse! Das Gefummel mit den Dingern, gerade bei eisigen Temperaturen, war mir ein Graus. Die Drehverschlüsse lassen sich dagegen auch mit dicken Handschuhen ganz leicht öffnen/schließen, auch wenn die Finger bereits steif gefroren sind. Eine viertel Umdrehung reicht zum Lösen/Schließen völlig aus und geht zudem ratzfatz. Gerade in den letzten kalten Tagen konnte ich es oft beobachten, dass andere Fotografen erstmal die Handschuhe ausziehen mußten, um ihre Stative überhaupt aufstellen zu können, waren die Finger bereits blau, haben sich einige mit den Klipps echt schwer getan.
    Was das Material angeht: bei Aluminium unbedingt auf solche Polster (Leg Wraps) an den Beinen achten, sonst zieht einem das im Winter tiefgefrorene Metall innerhalb von Sekunden jegliche Resttemperatur aus den Fingern ...



    Liebe Grüße
    Frank

    Der Augenblick ist jenes Zweideutige, darin Zeit und Ewigkeit einander berühren. Kierkegaard

  • Danke für die weiteren Hinweise. Ich habe mich dann für ein Velbon Geo 740 entschieden, das ich für 232 € bei Amazon bekommen habe. Es ist gestern angekommen und mein erster Eindruck ist sehr gut: Zehnmal besser als mein altes, Augenhöhe schon mit eingefahrener Mittelsäule, teilbare Mittelsäule und Beine weit spreizbar, so dass man in Bodennähe kommt, Tragegurt inklusive, viel stabiler als mein altes, das bei hochgefahrener Mittelsäule doch ziemlich wackelte.


    Früher hatte ich hier am Ort einen Laden, der auf hochwertiges Fotozubehör spezialisiert war und wo ich immer sehr gut beraten wurde. Normaler Weise wäre das meine erste Adresse gewesen, aber es gibt ihn leider nicht mehr.


    Nochmals vielen Dank für die zahlreichen Beiträge, sie waren sehr hilfreich bei meiner Entscheidung.