Wasser und Graufilter - Beispielbilder und Analyse

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    • Wasser und Graufilter - Beispielbilder und Analyse

      Hallo zusammen,

      wie Wasser aussieht, wenn man es fotografiert hängt zu einem guten Teil von der Belichtungszeit ab.
      Die kann man zu einem gewissen Grad mit Blende und Iso beeinflussen; wenn das nicht mehr ausreicht, bietet sich ein Graufilter an, um auch bei viel Licht lange Belichtunsgzeiten zu realisieren.

      Um mal ein Gefühl dafür zu bekommen bei welcher Belichtungszeit welches Wasser wie aussieht, habe ich drei Beispielbilderserien herausgesucht.
      Die Fotos sind alle komplett unbearbeitete jpegs aus der Kamera (mit falschem Weißabgleich, zu dunkel,...), mir ging es jetzt nur um die Wirkung der Filter, nicht um besonders spektakuläre, ausgearbeitete Aufnahmen.

      1) Bach ohne Graufilter (1/160s)
      Das Wasser ist komplett eingefroren, wirkt wenig fließend oder dynamisch, hat sehr viele unruhige Details, sieht subjektiv fast ein bisschen aus wie fester Kunststoff mit Bläschen.


      2) Bach mit 1000er Graufilter (6s)
      Hier wirkt der Bach völlig glatt, keine Details, wirkt sehr ruhig, wirkt wenig fließend, reduziert, lenkt weniger von anderem Bildinhalt ab. Das komplett glattgebügelte Wasser wirkt so auch etwas verfremdet, nicht ganz den natürlichen Sehgewohnheiten enstprechend.


      Das dürften die beiden Klassiker gewesen sein - zwischen ganz glatt und ganz eingefroren gibt es aber noch beliebig viele Zwischenstufen, z.B.:

      3) Bach mit 64er Graufilter (0.5s)
      Hier sieht man verwischte Details der Wellen, auf mich wirkt das Wasser dynamisch, fließend. Für mich die natürlichste Variante der drei.



      04) See bei Wind ohne Graufilter (1/320s)

      Wieder eingefrorenes Wasser, die kleinen Wellen durch den Wind wirken hart und detailreich.




      05) See bei Wind mit 1000er Graufilter (3s)
      Hier ist die Unruhe durch den Wind fast vollständig weg, das Wasser wirkt relativ matt, der Fokus liegt eher auf der Landschaft.



      06) See bei Wind mit 64er Graufilter (1/4s)
      Etwas Struktur ist noch da, aber runder, matter, weniger hart als ohne Filter


      07) Meer mit leichter Brandung ohne Graufilter (1/60s)

      Wellen und feine, eingefrorene Wasserdetails sind noch klar zu sehen


      08) Meer mit leichter Brandung und 1000er Graufilter (10s)

      Die Wellen heben sich genug in der Helligkeit ab, dass sie auch hier noch leicht zu sehen sind, wirkt noch nicht zu 100% glattgebügelt.



      09) Meer mit leichter Brandung und 1000er Graufilter (30s)
      Gleicher Filter, längere Belichtungszeit, jetzt sind die Wellen ganz verschwunden.


      (Einen 64er Filter hatte ich bei der Meer-Aufnahme noch nicht, der hätte in dem Fall sicher gut gepasst).

      Persönlich mus sich sagen, dass ich das komplett eingefrorene, harte Wasser bei kleiner Belichtungszeit relativ häufig als nicht optimal empfinde. In manchen Fällen mag ich das etwas surreale, reduzierte von ganz glattem Wasser. Etwa bei dynamischen Bächen oder Wellen kann man diese Dynamik dagegen sehr gut mit etwas Bewegungsunschärfe durch einen leichten Graufilter transportieren. Manche Bilder sind dagegen gerade mit klaren Spiegelungen oder detallieren Wellen schön. Vieles ist da sicher auch Geschmackssache, die beide Graufilter (1000er und 64er) würde ich auf jeden Fall nicht missen wollen. :)

      Nachteil der Langzeitbelichterei ist natürlich, dass man Zeit und ein Stativ benötigt und anderes Bewegtes natürlich auch verwischt.

      Eure Meinungen oder Erfahrungen mir Graufiltern am Wasser?
      Wer mag ist herzlich eingeladen auch eine Bilderserie (mit/ohne Filter) inklusive BNelichtungszeiten beizutregen! :)
    • Schöne Anregung und Plädoyer für "kurze" Langzeitbelichtungen :daumenhoch:

      Etwas OT:
      Vor dem gestrandeten Schiff/Wrack stand ich auch und hatte ... kein Stativ dabei. Die Kinder wollten weiter ins Aquarium. Von dem Schiff habe ich schon des öfteren Bilder gesehen, aber gut gefallen hat mir noch keines. Eigentlich schade, ist es doch ein tolles Motiv.
      lg, Achim

      (Von mir eingestellte Bilder dürfen grundsätzlich bearbeitet und bei DFT gezeigt werden.)
    • aeirich schrieb:

      Etwas OT:
      Vor dem gestrandeten Schiff/Wrack stand ich auch und hatte ... kein Stativ dabei. Die Kinder wollten weiter ins Aquarium. Von dem Schiff habe ich schon des öfteren Bilder gesehen, aber gut gefallen hat mir noch keines. Eigentlich schade, ist es doch ein tolles Motiv.
      Die Bilder von dort waren es für mich letztlich, die zur Anschaffung des 64er ND geführt haben. Glaube ein weiches, bewegtes Meer wäre da gut gekommen, aber mit nur einem 1000er ging nur glatt oder eingefroren. Mit dem da (in der alten Galerie mal gezeigt) bin ich trotzdem ganz zufrieden.
    • Ich besitze einen ND 16x (4 Blenden), einen ND 1000x (10 Blenden) und einen Polfilter. Je nach Situation kommt einer, zwei oder alle 3 gleichzeitig zum Einsatz.
      Ich habe mir aber nicht aufgeschrieben wann ich welchen Filter eingesetzt habe. Leicht zu erkennen ist wenn der ND 1000x (von B & W) verwendet wurde da dieser, meistens aber nicht immer, zu Farbverschiebungen führt.

      Hier habe ich wohl alle drei Filter verwendet. Leider habe ich auch etwas den Standort bzw. die Brennweite verwendet und die Wolken zogen schnell, sprich mal mit mehr oder weniger Sonne. Ich habe mal versucht alles entsprechend anzupassen.

      1/200 sec , 2,5 sec (mit ND 1000x), 65 sec (ND 1000x + ND 16x) und 110 sec (ND 1000x + ND 16x + Polfilter)




      Hier kam wohl nur der ND 16x zum Einsatz
      8 sec, 64, sec (war stark unterbelichtet), 120 sec (unterbelichtet) , dann kam ein Schiff in die Quere (ohne Bild)




      Hier 1/50 und 25 sec (ND1000x)



      Und was gefällt mir nun besser? Ist bei mir teilweise Stimmungsabhängig, aber tendenziell eher zu längeren Zeiten. Wie seht ihr das?

      Bei Wasserfällen gefallen mir sowohl die kürzeren wie auch die lange Zeiten, bzw. die ganz langen wo das Wasser wie Eis aussieht.

      Bei Flash Bilder oben, Serie 4 - 6 , gefällt mit das 5 am besten, wie auch bei der Serie 7 - 9, das 9. also immer die längeren Zeiten.
      Gruß Dieter
      Fotobuch London, Homepage, Canon 80D (60D), EF-S 10 - 22 USM, EF-S 15 - 85 IS USM, EF 100 Makro USM, EF 70 - 300 IS USM

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    • Flash schrieb:

      Eure Meinungen oder Erfahrungen mir Graufiltern am Wasser?
      Die Aufnahmen mit dem 64er Graufilter gefallen mir am Besten, weil das Wasser da noch Leben hat.


      Flash schrieb:

      Einen 64er Filter hatte ich bei der Meer-Aufnahme noch nicht, der hätte in dem Fall sicher gut gepasst.
      Denke ich auch.
      Von mir eingestellte Bilder dürfen bearbeitet und bei dft gezeigt werden.
    • Ich bin mal in mein Lightroom Archiv in das Jahr 2011 abgestiegen.
      Das war die Anfangszeit meiner Filterei, die nun ja meinen Lebensmittelpunkt darstellt.
      Damals hatte ich von B&W die Schraubfilter mit den Stärken 8x, 64x und 1000x.
      Diese Stärken empfehle ich auch jeden als "must have"
      Gut dass ich diese Bilder gefunden habe. Denn ich schreibe ja gerade ein E-Book über Filter,
      Da hab ich gleich gute Beispiele :D


      Ich habe damals in den Hamburger Wallanlagen einen kleinen Vergleich zwischen den Zeiten an dem kleinen Kaskadenwasserfall gemacht.
      Fragt mich aber nicht welcher Filter drauf war. Es dürften aber je nach Belichtungszeit nur die beiden 8x und 64x sein.

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      Wer in JPG fotografiert hat die Kontrolle über seine Kamera verloren.
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