OOC JPEGs bei Nikon DSLRs

  • Ich sinniere seit Wochen, ob ich meine D40 durch eine aktuell günstige DXXXX ergänzen soll. Eine der Fragen, die sich mir dabei stellt ist die Qualität der JPEGs der Kamera. Die JPEGs der D40 fand ich immer ungenügend, sodass ich nur in RAW fotografiert und in Lightroom entwickelt habe. Aber gerade bei alltäglichen Fotos von Familie und drumherum möchte ich eigentlich direkt aus der Kamera JPEGs haben, die bei einem ordentlichen Dienstleister gedruckt klasse aussehen. Früher war es so, dass jede Kamera mit einem anderen "Bildstil" versehen wurde, so waren die Einsteigerkameras wie die D40 zum Beispiel bunter abgestimmt, als die teureren DSLRs. Ist das immer noch so? Sind die JPEGs der D3300 bunter als die der D5300? Das sind die beiden Kameras, die mir gerade vorschweben. Beim Durchstöbern der Bilder im Netz schien es mir so, als wären Bilder der D5300 in den Farben gemäßigter, leider kann der Eindruck natürlich ein völliges Hirngespinst sein, da man nicht weiß, unter welchen Umständen die JPEGs entstanden sind.

  • Die meisten Kameras kannst Du Dir selbst nach Deinem Geschmack einrichten. Von knalle bunt bis flau hast Du es in der Hand.


    Grundsätzliche Unterschiede sollen die Sensoren liefern. Einige behauten, die älteren CMOS- Sensoren hätten wärmere Farben geliefert. Ich habe da nie so große Unterschiede gesehen. Ich hatte früher eine Nikon D100 und 200, dann eine D90. Nun renne ich mit Olympus rum. Aber Anmutung der OOCs stellt man immer übers Menü ein.

  • Das Problem ist, dass Farbwiedergabe so eine ziemlich komplexe Sache ist. Ich meine die Wiedergabe von zum Beispiel Blautönen oder Hauttönen in Abhängigkeit ihrer Helligkeit, Sättigung und ihres Farbtons. In den mir bekannten Kameras kann man zwar Sättigung und Kontrast einstellen, aber damit kann man aus der Farbwiedergabe einer D40 keine Farbwiedergabe einer Fuji machen. Gerade die warme Farben und damit Hauttöne waren bei der D40 nicht nach meinem Geschmack.

  • Hm danke für den Tip. Wenn ich die Bilder bearbeite, geht das aber in Lightroom auch ganz gut, ich habe für die D40 einige Farbprofile für Portraits und ähnliches hinterlegt. Trotzdem nochmal zurück zu den neuen Nikons. Verfolgt Nikon das Konzept, das Bilder der unterschiedlichen DSLRs den gleichen "Picture Style" haben, also Farben so gut es geht gleich wiedergegeben werden? Durch die unterschiedlichen Sensoren wird es natürlich nie 100% gleich sein, aber der Wille sollte erkennbar sein. Oder sind die günstigen DSLRs aus der D3xxx Serie bunter abgestimmt als die D5xxx oder D7xxx?

  • In der D40 wurden über die D40x, D60 und D3000 CCD-Sensoren verbaut, ab D3100 CMOS. In der D5000 war es gleich ein CMOS, ab D5100 immer der gleiche Sensor von Sony wie das das Pendant in der D7xxxx. In den D3xxx-en wurden glaube ich ab der D3100 Toshiba CMOS verwendet.


    Der Bildeindruck ooc bei den D5xxx wirkt tatsächlich "neutraler" als bei den D3xxx, welche Rolle da jetzt der andere Sensor oder eine andere "gewollte oder ungewollte" Abstimmung spielt, weiß ich nicht. Ich denke, so oder so, kann man mit beiden leben, mit der kamerainternen Regelung kann man sicher noch etwas anpassen. Mir persönlich gefallen die JPEGs ooc aus den D5xxx und D7xxx bei meinem persönlichen Setting gut (ist aber sicher nicht jedermans Geschmack). Unabhängig davon kann ich dir aus anderen Gründen vielmehr zur D5300 als zur D3300 raten, der Preisunterschied ist ja nicht soooo groß, beide sind aber zugleich ein großer Schritt weiter als die D40.

    lg, Achim

    (Von mir eingestellte Bilder dürfen grundsätzlich bearbeitet und bei DFT gezeigt werden.)

  • ich habe eine D90 und bei der kann man, wenn man es wollte, die Farbausgabe vorweg einstellen. Ich habe alles bei der Grundeinstellung belassen. Ich denke dass man das auch bei all den neuen Kameras so einstellen kann!


    Grußgruß

  • Der Bildeindruck ooc bei den D5xxx wirkt tatsächlich "neutraler" als bei den D3xxx

    Danke für die Bestätigung. Nun, nach wirklich ewige langem Abwägen ist tatsächlich die Bestellung für die D5300 rausgegangen. Mein Arbeitstier D40 geht damit in Vorruhestand, ein sehr bewegender Moment :cry:


    Hallo Gert, um das an einem Beispiel zu erläutern: Beispielsweise möchte ich vielleicht die Hauttöne heller und kühler, grün weniger gesättigt und Blautöne dunkler und stärker gesättigt. So etwas läßt sich in der Kamera nicht einstellen, hier kann man lediglich die Gradation ändern und zwischen wenig vorinstallierten Farbpresets wählen. Wenn einem keines dieser Presets zusagt, kann man da nicht viel tun.

  • Hallo Lokknipser. Zum Thema picture control habe ich viel gesucht und es scheint mir etwas nebulös. Einerseits kann man wohl bestimmte Gradationen als Profil speichern, dass geht auch bei der D5300. Andererseits kann man wohl Farbprofile laden, dass geht aber nur bei bestimmten Kameras. Welche das sind, kann man hier lesen: Nikon Imaging | Global Site | Optionale Bildoptimierung Herunterladen


    Die Profile der von dir verlinkten Seite scheinen mir nur die Gradation und Sättigung zu ändern, sehe ich das richtig? Das ist auch schon mal was. Konsequent wäre es aber, wenn Nikon jedem DSLR Besitzer volle Kontrolle über seine JPEG Ausgabe ermöglichen würde.

  • Die JPEGs der D40 fand ich immer ungenügend, sodass ich nur in RAW fotografiert und in Lightroom entwickelt habe. Aber gerade bei alltäglichen Fotos von Familie und drumherum möchte ich eigentlich direkt aus der Kamera JPEGs haben, die bei einem ordentlichen Dienstleister gedruckt klasse aussehen.

    ...und wenn du dir ein Lightroom-Profil (Farben, Helligkeit, Kontraste) anlegst, das du automatisiert über einen ganzen Ordner laufen lassen kannst? Das braucht dann nur noch
    wenige Klicks und danach (je nach Bilderzahl) ein bisschen Zeit.

  • Die ooc-Bildanmutung ist ein Thema, was mich auch sehr interessiert, da ich nicht jedes Bild bearbeiten oder durch einen RAW-Konverter schicken möchte. Und es ist meiner Erfahrung nach gar nicht so einfach mit einem Konverter oder einem anderen Tool (vorzugsweise ji :pink: ) einen gewissen Hersteller-Look nachzumachen oder den vorliegenden Look in eine andere Richtung zu bringen.


    Um die ooc-Bildanmutung in Augenschein zu nehmen gucke ich mir gerne die Testbilder bei Imaging-Resource an. Dort werden seit Jahren alle Kameras mit festgelegten Studio-Setups getestet, zu denen u.a. auch diverse Portraits mit Puppen gehören. Vergleich man die Bilder unterschiedlicher Marken sieht man doch deutliche Unterschiede, z.B. bei der Wiedergabe der Hauttöne, hier einige Beispiele:
    Digital Cameras, Panasonic GX8 Digital Camera Test Image
    Digital Cameras, Olympus OM-D E-M1 Digital Camera Test Image
    Digital Cameras, Nikon D5500 Digital Camera Test Image
    Digital Cameras, Canon EOS M3 Digital Camera Test Image
    Digital Cameras, Fujifilm X-T1 Digital Camera Test Image


    Auf den ersten Blick mögen die Unterschiede nicht groß sein, aber bei genauerem Hinsehen sieht man erhebliche Unterschiede wie Farben und Kontraste behandelt werden, z.B. bei der rechten Hand der Puppe. Diese Unterschiede lassen sich nicht durch einen Weißabgleich oder durch Änderung der Sättigung ausgleichen. Allerdings muss man auch sagen, dass die Unterschiede bei früheren Kameramodellen größer waren als bei den aktuellen, die Hersteller nähern sich anscheinend etwas aneinander an.


    Da ich einige Kameras besitze, die dort getestet wurden und deren Vorzüge und Schwächen ich kenne, helfen mir diese Testbilder abzuschätzen, ob ein anderes Kameramodell meinem Geschmack entgegenkommt oder nicht.

  • ...und wenn du dir ein Lightroom-Profil (Farben, Helligkeit, Kontraste) anlegst, das du automatisiert über einen ganzen Ordner laufen lassen kannst? Das braucht dann nur noch
    wenige Klicks und danach (je nach Bilderzahl) ein bisschen Zeit.

    Wenn ich merke, dass mir die JPEGs der D5300 auch nicht gefallen, werde ich es so machen.



    @Franz
    Tatsächlich interessant zu sehen, wie ähnlich die Hersteller sich schon geworden sind. Früher waren die Unterschiede ja wirklich gravierend, was mich immer geärgert hatte. Ich hatte mir mal vorgenommen, meine Kameras alle so zu kalibrieren, dass ich den Fotos nicht mehr ansehe, mit welcher Kamera sie aufgenommen wurden. Dazu habe ich mir den Colorchecker gekauft und mit verschiedenen Kalibrierungstools hantiert. Leider funktioniert weder das Tool vom Hersteller X-Rite, noch das von Adobe angebotene Tool richtig, sodass man die Profile immer per Hand noch nacharbeiten musste. Ich habe dann angefangen, die Interpolationstabellen, die den ACR Profilen zugrunde liegen, in Textdateien selbst zu erstellen und daraus ACR Profile zu konvertieren, was enorm aufwendig war aber funktionierte. Letztendlich habe ich das alles aber wieder sein gelassen. Ich habe mir dann vorgenommen, dass meine nächste Kamera die Bilder bereits so liefern soll, wie ich sie gerne hätte, ohne dass ich viel schrauben muss.

  • Hallo Lokknipser. Zum Thema picture control habe ich viel gesucht und es scheint mir etwas nebulös. Einerseits kann man wohl bestimmte Gradationen als Profil speichern, dass geht auch bei der D5300. Andererseits kann man wohl Farbprofile laden, dass geht aber nur bei bestimmten Kameras. Welche das sind, kann man hier lesen: Nikon Imaging | Global Site | Optionale Bildoptimierung Herunterladen


    Die Profile der von dir verlinkten Seite scheinen mir nur die Gradation und Sättigung zu ändern, sehe ich das richtig? Das ist auch schon mal was. Konsequent wäre es aber, wenn Nikon jedem DSLR Besitzer volle Kontrolle über seine JPEG Ausgabe ermöglichen würde.

    Ja, das stimmt, es sind eigentlich nur die auf der Nikon-Seite verlinkten Kameras vorgesehen für die Farbprofile. Ich habe es irgendwie(ich weiß selbst nicht, wie das passiert ist) hinbekommen, dass ich die Profile auch in die D 750 hineinbekommen habe. Aber sie kommen an dem Sensor ganz anders heraus als am Sensor der D700. Mir gefällt es aber dennoch ein wenig. Du kannst Dir doch auch über den Colorchecker von X-rite ein Farbprofil für Deine Kamera erstellen. Das ist auch gar nicht mal so schwer. Vielleicht trifft das dann Deinen persönlichen Geschmack am besten.

  • Dazu habe ich mir den Colorchecker gekauft und mit verschiedenen Kalibrierungstools hantiert.

    Das ist ja interessant, genau mit diesem Gedanken habe ich auch schon gespielt, habe aber nie die Kurve dazu gekriegt. Stattdessen überlege ich mir welche Kamera ich mitnehme (habe ein Oly und eine Panasonic), die Oly z.B. eher für Portraits vor allem bei Kunstlicht. Und wenn es mal nicht passt, mache ich halt RAWs.