Allgemeine Smartphone(Kamera) Diskussion...

  • "Weil es schon sehr dunkel war, habe die Spiegelreflexkamera im Hubschrauber allerdings keine Bilder machen können. Stattdessen habe sein Kollege mit einer Handykamera fotografiert":

    https://ga.de/region/ahr-und-r…er-flutnacht_aid-78319163

    Tjo ... Vielleicht hatte die SLR ja nur ein 500/8 oder ne andere lange wacklige Funzel angeschraubt. Vielleicht war es aber auch die Erfahrung, daß das Handy automatisch stackt, entrauscht und stabilisiert, während die SLR bedient und das Ergebnis verarbeitet werden möchte ... Vielleicht sollten SLR-Hersteller mal ihre Automatiken mit modernen Schlauphontricks aufpeppen. Wobei, nee, dafür zahlen wenn Ende die, die damit umgehen können. Sollten derlei Piloten doch beim Handy bleiben.

  • Wenn es nur darum geht, möglichst schnell akzeptable Bilder zu verschicken, die noch etwas Aussagekraft haben, bringt die DSLR vielleicht wirklich weniger. Weiß ja auch keiner, mit welchem Equipment die arbeiten müssen. So ein zehn Jahre altes APS C Modell bringt bei ISO 3200 deutlich weniger Performance als ein gutes aktuelles Smartphone mit gutem "Nachtmodus".


    Und ja, eine Fotografenausbildung ist vermutlich für den Polizeidienst keine Vorraussetzung.


  • Und noch eins: Smartphones haben nach meiner Wahrnehmung ein Vielfaches der Rechenleistung einer Kamera. Seit sich die Kameras preislich weit in den vierstelligen Bereich verabschieden, scheint es zwar möglich, dass sie in dieser Disziplin aufholen. Allein, mir fehlt der Glaube. Tatsächlich beherrschen Smartphones die Tricks der Aufbereitung von Sensordaten zu fertigen Bildern inzwischen weit besser als 'echte' Kameras. Den 'echten' Kameras bleibt vorerst nichts anderes Übrig, als den Nimbus der 'Echtheit' zu pflegen.


    Meine Einstellung dazu ist ambivalent. Ich schätze die Echtheit sehr und mag auch deswegen Objektive mit Charakter und Fehlern. Ich sehe aber durchaus, wie Smartphones beginnen, selbst am Lack der Systemkameras zu kratzen. Noch ist sind es Anekdoten wie die oben geschilderte aus dem Hubschrauber über der schrecklichen Flut. Aber so beginnt es.


    Ich selbst greife im Dunkeln auch gerne zum Smartphone, mindestens als Backup.


    Das Bild oben ist entstanden bei Regen im Wald und bei hereinbrechender Dämmerung, letzten Donnerstag nach 18:00 Uhr. Trotzdem muss ich es auf 80% jpg-Qualität und auf eine Breite von 800 px runtermurksen, um es hier im Forum zeigen zu können. Kamera: Motorola One Zoom. Bald drei Jahre alt und damals gerade mal gut 300 Euro teuer.

    www.stefansenf.de
    Ich moderiere in grün, der Rest ist nur meine Meinung ;-)
    Ricoh Theta V | Pentax KP, 10-17, 18-300, 15, 21, 35, 55, 70 und Lensbaby | Samsung NX1000 und NX300 mit 16, 16-50, 20-50 und Altglas

  • Da möchte ich beisteuern, dass wir vor ein paar Wochen eine Familienfeier hatten, wo alle fleißig mit ihren Smartphones fotografiert haben und nur ich mit meiner "richtigen" Kamera Bilder beigesteuert habe - unterm Strich meist deutlich erkennbar :-o

    Yakumo Mega-Image 34 - Konica Minolta Dimage A200 - Konica Minolta Dynax 5D - Canon PowerShot G3 X

  • Ich nehme auf Fahrradtouren mittlerweile nur noch mein Handy mit, um zu fotografieren. Bei Sonnenschein reicht das vollkommen aus, um ein schnelles Bild von der Mosel oder wo auch immer ich gerade unterwegs bin zu machen, und bei bedecktem Himmel brauche ich auch kein Foto von der Gegend... Vor 20 Jahren hätte ich mir wahrscheinlich noch eine hochwertige Kompaktkamera mit 28-70 mm Zoom o.ä. dafür besorgt, aber mittlerweile würde ich eher in ein neues Smartphone mit besserer Kamera als eine Kompaktkamera investieren. Erstens, weil ich das Ding eh immer dabei habe und zweitens, weil es ein praktischeres Werkzeug ist und wesentlich mehr Wert bietet als eine Kamera, die "nur" die besseren Fotos bei wenig Licht macht.

  • Da möchte ich beisteuern, dass wir vor ein paar Wochen eine Familienfeier hatten, wo alle fleißig mit ihren Smartphones fotografiert haben und nur ich mit meiner "richtigen" Kamera Bilder beigesteuert habe - unterm Strich meist deutlich erkennbar :-o

    Selbes Bild hier beim Firmenausflug. Und das bei gutem Tageslicht. Die Bilder der Kollegen mit Pixel und iPhone sind okay ... aber in kleiner Größe wirken sie in meinem Augen unruhig und überprozessiert (starke lokale Kontraste und Texturen, grobe Überblendungen von Wald zu Himmel, usw). Und in groß sind auch keine sauberen Details mehr auszumachen. Aber ja, es gibt viele Bilder. Und in der Tat konnte wirklich jeder Bilder anfertigen, ohne auf Brot und Bier im Rucksack verzichten zu müssen. Und wenn man keine lange Brennweite benötigt, ersetzen diese Dinger auch meiner Meinung nach die Kompaktkamera. Zu ner guten DSLR mit gutem Glas fehlt aber ein Quantensprung..., den zugegebenermaßen nicht alle benötigen oder haben wollen.

  • Das tut Google sowieso. Oder Apple. Wenn man ein Telefon besitzt, das keine Tasten hat.*


    Oder Meta. Oder Microsoft. Oder alle. Kauft man eine analoge Kamera, entwickelt selbst, zeigt die Bilder nur physisch, dann wird es besser. Nimmt man eine Digitalkamera geht es auch. Allerdings erfordert es sofort mehr Aufmerksamkeit und mehr Selbstdiziplin.


    Ich meine hey, wir diskutieren diese Frage gerade in einem öffentlichen Forum im Netz.


    *Ich rede von 'normalen' Verbrauchern. Dass es Randerscheinungen gibt und man sich mit viel Know-How entziehen kann, ist mir bewusst. Ich bewerte es leider als weitestgehend irrelevant.

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  • *Ich rede von 'normalen' Verbrauchern.

    Das ist das schlimme daran - dass der 'normale' Verbraucher völlig unreflektiert mit diesen Diensten umgeht. Apple greift im Übrigen nicht annähernd so viele Daten vom Smartphone ab wie Google/Android und - vor Allem - vermarkten sie diese nicht an Drittanbieter.

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  • Anonymisiert bedeutet ja nicht, dass sie nicht wissen, dass du 35 Jahre alt bist, verheiratet, 2 Kinder, in einem Einfamilienhaus lebst, einen Tesla fährst, durchschnittlich 500 Euro im Monat für Technik ausgibst, heimlich andere Frauen datest und deinen Westi abgöttisch liebst ...

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  • Genau da stellt sich eben die Frage, was davon weitergeleitet wird. Das ganze Paket oder doch eher die Einzelpersonen.

    Im Zweifel wird das allermeisten aber sowieso nur für die Werbung weitergegeben. Und dabei bekommt der Kunde keine Daten, sondern er kann nach Zielgruppen, Interessen etc auswählen, wem seine Werbung zugespielt werden soll. In dem Fall hat dann nur Google die Daten, nicht aber der Werbekunde.


    Solange es mir nicht als Person mit Namen x zugeordnet werden kann, ist es ohnehin nicht allzu bedeutend.


    In der derzeitigen Gesellschaft muss man sich leider hinter dem Mond verstecken, wenn man sich davor komplett schützen möchte.

  • Ich bin jetzt schwer geflasht. Heute meine ersten Fotovergleiche. Die Canon G7X bei Blende 1.8 und ISO 125 gegen den Nachtmodus des Google Pixel 7 PRO, beide frei Hand. Diskussion überflüssig, das Google liegt wohl vorn (schon fast zu hell bzw. Kontrast). Ein Vergleich mit dem HDR Modus der Canon steht wohl nun an. Aber es wird wohl schwer das Google in dieser Disziplin zu schlagen. Beide jpg, verkleinert und geschärft. Beim Google noch leicht Klarheit erhöht. Oben Canon G7X unten Google 7PRO.


  • Das Bild mit dem Google 7PRO sieht in der Tat wirklich sehr ansprechend aus :daumenhoch: !


    Unabhängig davon sollte man mMn dabei sehr vorsichtig sein, die relativen Stärken des einen mit den bekannten Schwächen des anderen zu vergleichen, denn das lässt sich nicht so ohne weiteres auf andere Cams extrapolieren. Die Canon G7x ist eine Cam aus dem Jahre 2014 mit 1" Sensor, und wie ich meine mich zu erinnern, eher als Vlogging Cam konzipiert. Sie hat insgesamt eine deutliche Tendenz zur Unterbelichtung und "säuft" vor allem bei Lowlight diesbzgl. in den JPEG's ooc regelrecht ab. Und das was unter diesen Umständen der Weissabgleich dann noch produziert, ist auch nicht gerade ansprechend. IN RAW sieht's dagegen wesentlich besser aus. Genau dieses Verhalten war für mich vor Jahren ein KO-Kriterium für einen Kauf.

    lg, Achim

    (Von mir eingestellte Bilder dürfen grundsätzlich bearbeitet und bei DFT gezeigt werden.)

  • Hm, das Bild der Canon ist auf die Lichter belichtet. Also etwa so, wie es ganz viele Nachteulen mit ihren Knipsautomaten auch tun würden. Schatten und Mitteltöne kann man aufhellen, ausgebrannte Lichter sind weg.


    Wenn die Canon deutlich heller belichtet hätte, wären die Lichter eben weg gewesen.


    Von daher zeigt das Bild genau das Thema, warum Smartphones Kompaktknipsen komplett verdrängt haben.

    Die Pixel Geräte zum Beispiel nehmen Default in allen etwas kritischeren Situationen ein HDR auf und verrechnen mehrere Bilder miteinander. Das führt zu weniger Rauschen und zu einer besseren Belichtung.

    Ich kann mich jedenfalls bei meinem Gerät nicht an einen gröberen Belichtungsfehler erinnern. Ausgefressene gibt es quasi gar nicht mehr.

    Man kann natürlich darüber reden, dass manche Bilder, unter Lichtbedingungen bei denen man die normale Kamera stecken gelassen hätte, etwas unrealistisch aussehen, weil eben auch da ein HDR vom Telefon erstellt wurde.


    Und natürlich ist die Bildaufbereitung hier und dort aggressiv und lässt keinen größeren Bearbeitungsspielraum mehr übrig.

    Und ebenso sicher werden Detailreisen bei 200% Vergrößerung auch selten befriedigend sein, wenn man mit Vollformat und guten Objektiven vergleicht. Das steht ja alles völlig außer Frage.


    Auf der anderen Seite steht auch außer Frage, dass die Top Smartphones in vielen Bereichen mit den 1" Kompakten mithalten und überholen. Was das fertige Bild angeht sowieso. Wenn man dann noch bedenkt wie dicht 1" und Micro4/3 beisammen ist....


    Und selbst die Farben sind nicht bei jedem Hersteller kunterbunt.


    Wenn man dann noch mit dem vergleicht, was die meisten noch an Kameras zu Hause liegen haben, ich meine damit ausdrücklich nicht die ambitionierten Hobbyisten, also die alten DSLRs aus den späten 2000er und frühen 2010er Jahren, sind die derzeitige Top Smartphones in vielen Belangen auch den damaligen Geräten überlegen, insbesondere wenn es um Point and Shoot geht.

    Aber selbst High ISO Aufnahmen sind mit meinem Smartphone um Welten besser, als was meine K10D oder Kx damals konnten.

  • So mal als Beispiel....klar, das Bild ist minimal verwackelt und sicher auch nichts für den Rahmen.


    Es zeigt eine "Urlaubsstimmung", unser Wohnwagengespann direkt am Strand stehend bei kompletter Dunkelheit.

    Der Strand wird größtenteils von einer ca 2Watt starken LED Außenleuchte ausgeleuchtet, also einer Funzel.


    f:1/8

    1/3s Freihand belichtet

    Iso knapp 12000 (die Kameraapp gcam nutzt keine festen ISO Stufen

    2 Jahre altes OnePlus 8pro


    Es ist quasi im Vorbeigehen entstanden, also im Spieltrieb beim ausprobieren, was überhaupt geht.

    https://photos.app.goo.gl/qVDu8g1aB3rsPnYj8