Kameraweltmarkt

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    ...und trotzdem: ich finde schon, dass man den Unterschied zwischen einem Smartphone-Bild und einem Bild aus der DSLR meistens sehen kann. Und zwar gerade daran, dass die Farben und die Dynamik anders sind. Inzwischen muss man vielleicht sagen: weniger dramatisch, weniger gefällig, weniger krass. Dafür spürt man vielleicht mehr Charakter des Objektivs (wenn es noch welchen hat) und die Struktur des Bildes ist stimmiger, homogener, echter.


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    Es geht aber doch gar nicht (immer) ums Ergebnis. Viele spontane, flüchtige Momente/Motive leben vom imperfekten. In den meisten Fällen reicht da fast jede Qualität aus, man könnte getrost mit einer EOS20D und Kitlinse fotografieren oder mit einer FZ30...


    Losgelöst vom Ergebnis halte ich ein Gerät oder Instrument, von mir aus auch Medium in der Hand. Es ist einfach ein Unterschied ob ich mit einer ollen Magnesium-Semipro fotografiere, die jede Menge satt funktionierende Hardbuttons und Einstellräder anbietet, oder ob ich mir ein flaches, verschmiertes Display zum draufrumtatschen einen halben Meter vors Gesicht halte.

    DAS ist für mich ein ganz entscheidendes Kriterium, das Ritual zum Hobby. Ich kann letzteres eben nicht leiden, und ich bohre ein Loch auch lieber mit einer Makita oder Hilti anstatt mit einer "Aldi" oder "Yushiungshang", auch wenn das Loch das gleiche (nicht das selbe) ist.

    Ja, das mag fürchterlich alt, menschlich und sentimental erscheinen, aber das erlaube ich mir als Aphex Twin, Westbam und co. hörender 60jähriger einfach mal. :cheers:

  • Na ja, auch deswegen geb ich Pentax nicht auf. Das passt auch für 53 jährige, die auf Cash, Bowie, Gahan, Smudo oder Alan Walker, auf Valente, Krall, O'Connor, Ditto oder Eilish stehen.

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    Ich moderiere in grün, der Rest ist nur meine Meinung ;-)
    Ricoh Theta V | Pentax KP, 10-17, 18-300, 15, 21, 35, 55, 70 und Lensbaby | Samsung NX1000 und NX300 mit 16, 16-50, 20-50 und Altglas

  • ...und trotzdem: ich finde schon, dass man den Unterschied zwischen einem Smartphone-Bild und einem Bild aus der DSLR meistens sehen kann. Und zwar gerade daran, dass die Farben und die Dynamik anders sind.

    Quote from Manolo

    Es geht aber doch gar nicht (immer) ums Ergebnis. Viele spontane, flüchtige Momente/Motive leben vom imperfekten. In den meisten Fällen reicht da fast jede Qualität aus, man könnte getrost mit einer EOS20D und Kitlinse fotografieren oder mit einer FZ30...

    Diesen Unterschied zwischen Smartphone-Bildern und welchen aus der DSLR, den benenne ich jetzt einfach mal mangels einer besseren Idee mit "Anmutung [des Bildes]", ich denke jeder weiß, was ich meine und kann es für sich mit Inhalt füllen.
    Gerade bei Momentaufnahmen, Schnappschüssen, zeitgenössischen Urlaubsbildern, sprich "Alltagsfotos" machen die Anmutungen über die verschieden Dekaden einen großen Unterschied - so ist bei 70er Jahren Innenaufnahmen immer jede Menge Kunstnebel (Zigarettenrauch) im Bild, Polariods haben ihre eigenen Farben, genauso wie ein Velvia.
    Bildern aus den 80ern sieht man das oft auch unabhängig vom Motiv an. Die späten 10er und frühen 20er Jahre dieses Jahrhunderts haben halt diese Smartphone-Anmutung und werden in den 2040er Jahren dann auch wieder mit anderen Augen nostalgisch verklärt werden.

  • Panasonic war im Jahr 2008 mit 95% Anteil Marktführer? Im September 2008 erschien die G1 mit mFT-Bajonett, Olympus hatte noch ein paar Monate länger gebraucht, um die ersten Pen-Modelle 2009 auf den Markt zu bringen. OK, für 3 Monate war Panasonic Marktführer. Heute haben sie noch 8% Marktanteil - so schlecht finde ich das gar nicht, wo doch heute die gesamte Fotoindustrie fast nur noch spiegellose Kameras baut und Firmen wie Canon und Nikon über einen riesigen Kundenstamm verfügen.


    Mit dem L-Bajonett kam Panasonic aber definitv zu spät, Sony konnte Jahrelang unbehelligt im Revier der Vollformat-Spiegellosen wildern, das ist für mich der eigentliche Knackpunkt im Marktgeschehen.

  • Mit dem L-Bajonett kam Panasonic aber definitv zu spät, Sony konnte Jahrelang unbehelligt im Revier der Vollformat-Spiegellosen wildern, das ist für mich der eigentliche Knackpunkt im Marktgeschehen.

    Nicht daß es am Ergebnis was ändern würde, aber wenn ich wüßte, wann und ob Sigma den lang versprochenen Kleinbild-Foveon auf den Markt schmeißt, welcher durch Sigmas Allianz ja auch L-Objektive verlangen dürfte, könnte ich mich näher mit den verfügbaren Linsen beschäftigen und den Wechsel auf dieses Bajonett durchaus erwägen ... Aber selbst in diesem Falle, wäre das natürlich nur ein Nischenmenschlein mehr, das nimmermehr ins Gewicht fällt.


    Ich grübel eh schon, was es so für mich bald noch geben wird ... Ich hab den Eindruck, es kommt kein EOS-EF-Objektiv mehr auf den Markt. Ist erstmal alles Sony E, Nikon Z, Canon RF. Auch bei neuen Laowa & Co. Mit Glück erwischt man noch ein Mitakon 50/0.95 für EF, aber viel ist es echt nicht mehr.


    Und parallel zum EF besitze ich immerhin auch drei MFT-Linsen, die ich, wenn es aufs Gewicht ankommt, dann an meiner BMPCC4K ohne Adapter ansetzen kann. Da hab ich auch schon überlegt, mir eine Abverkaufs-Oly-Pen zu holen. Und wie es aussieht kommen vielleicht günstige Panasonic-Linsen dazu? Bin auch gespannt, wie es denen ergehen wird. An sich fand ich ja ne GH5 auch spannend ... so für Film & Foto gleichzeitig. Letztlich wollte ich aber lieber dedizierte Geräte, vor allem fürs Filmen in RAW. Sonst wäre ich wohl auch im Panasonic-Boot gelandet.

  • Die meisten Fotogeräte sind doch nur noch seelenlose Software und virtuelle Funktionsvielfalt im Überfluss, mit endlosen, verschachtelten Nerd-Menüs, verpackt im Plastikkleid (selbst wenn ein halber Millimeter Aluminium oder Magnesium drum herum ist), haptisch unsexy und dominiert vom Rotstift.

    Das sehe ich auch so und deshalb wundert mich der Erfolg von Leica auch kein bisschen, trotz der extrem hohen Preise. Aber wenn man mal mit einer M spielen durfte, kommen einem alle anderen Kameras wie billiges Spielzeug vor. Dieses einmalige Gefühl eines soliden, satt in der Hand liegenden und aus einem Guss gefertigten Gehäuses, das macht so viel Freude, dass die Technik dahinter zur völligen Nebensache wird.


    Trotzdem sehe ich persönlich auch das eher als Nebenschauplatz. Selbst wenn es einem der großen Hersteller gelingen würde, in dem Bereich mal wieder ein paar Akzente zu setzen, könnte das ja allenfalls dafür sorgen, dass sich Marktanteile innerhalb dieses immer kleiner werdenden Kuchens verschieben. Aber das seit Jahren ungebremste Schrumpfen des Gesamtmarktes kann nichts aufhalten momentan, das hat seine Ursache einfach in der Konkurrenz durch das Smartphone...

  • Das sehe ich auch so und deshalb wundert mich der Erfolg von Leica auch kein bisschen, trotz der extrem hohen Preise. Aber wenn man mal mit einer M spielen durfte, kommen einem alle anderen Kameras wie billiges Spielzeug vor. Dieses einmalige Gefühl eines soliden, satt in der Hand liegenden und aus einem Guss gefertigten Gehäuses, das macht so viel Freude, dass die Technik dahinter zur völligen Nebensache wird...

    Gut, die Haptik kommt da sicher nicht ran (auch wenn ich selber noch keine Leica in der Hand hatte), aber so rein von der Optik hätte ich z.B. bei der Nikon Df / Z fc mehr Verkaufspotential erwartet (gut, das schwarze Plastik bei der Nikon müsste man durch Leder ersetzen!). Aber wahrscheinlich sind die, wie auch die Fuji X100V nur für 50+ interessant. Bessere Bilder machen die jedenfalls nicht. Und auch wenn ich manchesmal auf die Nikon Df geschielt habe, hab ich mich damals doch für die D750 entschieden (und das nicht bereut).
    Trotzdem ist es schön zu sehen, dass es solche Kameras auch noch gibt.

  • Mich wundert eher, dass Kamerahersteller, die früher Komaktkameras im Angebot hatten nicht bei Smartphones in Erscheinung treten. Heute isch die Katz wahrscheinlich scho dr Baum nuff aber eigentlich würde ich mich immer noch über ein Canon oder Nikon Smartphone freuen, das - wie weiland bei Samsung versucht - eine aktuelle Smartphonearchitektur mit einer besonderen Kameraausstattung verbindet. Ich hätte auch keine Einwände gegen ein gut gemachtes Smartphone mit doppelter Bautiefe, das dafür eine ordentliche Ergonomie und Haptik mitbringt. Aber darauf werde ich wohl vergebens warten. Stattdessen geben altgediente Nobelmarken ihren Namen für Smartphones - und sonst nichts.

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  • Und was Fuji angeht, die machen die in meinen Augen immer noch sehr viel richtig und bauen Kaneras und Objektive mit Anmutung. Aus eigener Anschauung (über einen befreundeten Blogger) kenne ich die X100V und die X-pro-Serie. Beide sind beeindruckende Stücke Technik, die aber trotzdem Seele ausstrahlen.

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  • wenn man mal mit einer M spielen durfte, kommen einem alle anderen Kameras wie billiges Spielzeug vor

    Das ist sehr krass ausgedrückt. Im Kern beschreibt es aber eine Erfahrung, die mich über viele Jahre bei meiner

    Leica M6 gehalten hat.

    Daß es das nicht braucht um gute Bilder zu machen ist eine Binse.

    Die Krux bei der Geschichte, wie auch den von Norbert und Stefan vorher angesprochenen Eigenschaften, ist die schlichte Nichtvermittelbarkeit über dieses Medium hier.


    Und da wir so oft rätseln wie das mit den Märkten funktioniert hier

    aus aktuellem Anlaß noch ein Hörtipp: Lanz & Precht Ausgabe 20 von heute

    Bilder


    Wir müssen alles erwarten. Auch das Gute.

    (Jo Schück, Aspekte)

    Edited once, last by Axel ().

  • Die Krux bei der Geschichte, wie auch den von Norbert und Stefan vorher angesprochenen Eigenschaften, ist die schlichte Nichtvermittelbarkeit über dieses Medium hier.



    Das veranlasste mich jetzt heute morgen, in die Vitrine zu greifen (meine Hand, nicht meine Kamera, Leihgabe). Und ja, das Gefühl ist anders als bei meinen neueren Kameras.


    Auch die KP, die ich wirklich mag und die für sich genommen ein kompakter aber gewichtiger Brocken Technik mit lebendiger Beziehung zur Vergangenheit ist, fühlt sich im Vergleich halt an wie Bruder Leichtfuß.


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  • Frage: Woran erkennt man einen Leica-M-Fotografen ohne hinzusehen?


    Antwort: Am Fluchen, wenn der Gehäuseboden beim Filmwechsel mal wieder runtergefallen ist.....

    ich empfinde eher "Mitleid" mit ihm und gibt es "Beileid"!:twisted:


    Gruß Martin, der sich bei den Leicas seeehr zurückhält.

  • Also ich freue mich für jeden, der sich eine Leica leistet!


    Mal zurück zum Thread, das ist auch eine interessante Schlagzeile, oder?


    https://www.digitalcameraworld…frames-no-dslrs-no-nikons

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