Kameraweltmarkt

  • Äh, nur der Vollständigkeit halber: sagen wir Mal Handysucht. Das hätte dann ja noch einen Restbezug zum Thema. Und ja, ich tippe das auf einem Smartphone...


    Dass PENTAX seine K-3III verschoben hat* haben wir schon erwähnt, oder? Das Triumphgeheul und das Wehklagen wehen noch gemeinsam um die Häuser in Pentaxistan. Was dazu so gar nicht passt ist das, was PENTAX stattdessen veröffentlicht hat. Wilde (in meinen Augen eher grausige) farbige und bespoilerte Versionen der K-1II. Sehen verdächtig ähnlich aus wie irgendwelche fragwürdig aufgebretzelte Honda Civics der 1980er.


    Aber gleichzeitig sehr schön: Die identitätsstiftenden FA-Limiteds wurden renoviert. Neue Beschichtung, neue Blenden, sonst aber viel Tradition und Charakter.


    *Mutmaßlicher Grund sind Lieferschwierigkeiten von Zulieferern (Halbleiter). Aber ich vermute, dass man auch mit der Performance (Software) noch nicht glücklich ist.

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    Ich moderiere in grün, der Rest ist nur meine Meinung ;-)
    Ricoh Theta V | Pentax KP, 10-17, 18-300, 15, 21, 35, 55, 70 und Lensbaby | Samsung NX1000 und NX300 mit 16, 16-50, 20-50 und Altglas

  • *Mutmaßlicher Grund sind Lieferschwierigkeiten von Zulieferern (Halbleiter). Aber ich vermute, dass man auch mit der Performance (Software) noch nicht glücklich ist.


    Leider ist es momentan wirklich schwierig Halbleiter und Co zu bekommen. Da gibt es wirklich große Lieferengpässe. Schaut euch mal die Preise von z.B. Grafikkarten an. Die Preise sind explodiert. Ich kenn Leute die haben vor ein paar Monaten welche in weiser Voraussicht (oder auch in Gewinngier) gekauft und haben sie jetzt zum doppelten Preis weiterverkauft. Ist zwar ein besch.... Verhalten aber spiegelt leider auch die momentane Versorgungslage wider. Wir haben leider auch in der Arbeit extrem mit Kurzarbeit zu kämpfen und müssten gleichzeitig die Rechner wegen gestiegenen Anforderungen der CAD-Software aufrüsten. Die Preise für einen Rechner haben sich ziemlich nach oben verändert und ich denke das wird sich auch bei manch anderen Elektronikartikeln bald zeigen und das wird dann widerum die wirtschaftliche Lage bei so manchem Kamerhersteller auch weiter verschärfen. Bin echt gespannt wie sich das in der nächsten Zeit alles so entwickeln wird. Ich glaube da wird sich so manch eine Überraschung ergeben, sowohl in positiver als auch in negativer Sicht.

    Wenn die Klügeren immer nachgeben,

    regieren die Dummen die Welt


    VlG Udo

  • Grafikkarten sind ein schlechtes Beispiel. Da herrscht bei den Spitzenmodellen seit Jahren immer wieder ein großer Mangel. Das hängt mit der Herstellung von "Kryptogeld" zusammen.

    Und immer wenn dann Bitcoin und co hohe Kurse erzielen, gibt es einen Run auf die Grafikkarten, mit denen dann neues Kryptogeld errechnet werden kann.


    Aber stimmt schon, aktuell kommt vieles zusammen, was die Märkte durcheinanderwirbelt. Der Mangel an Halbleitern wird sich vermutlich im Laufe des Jahres verbessern. Wie man die Kapazitätsprobleme beim Transport von Asien nach Europa wieder in den Griff bekommen will, weiß derzeit aber noch niemand so richtig.

  • Vieles ist früher über GB gekommen, aber da hat der Brexit nicht nur einen

    Schraubenschlüssel, sondern einen ganzen Hazet-Kasten ins Getriebe geworfen

    und ein paar Säcke Sand hinterhergekippt.


    Iloxxx/DPD haben im Januar überhaupt nichts von/nach GB befördert,

    fast alle Carrier haben ihre Preise dahin verdoppelt bis zu verdreifacht.


    Alle Hersteller haben Sourcing-Probleme.

  • Panasonic steht technisch mit den z.Zt 'Großen' (Sony, Canon) auf einem Level. Trotzdem sind sie in Schwierigkeiten, wie Nikon auch. Dass der Prozess des Schrumpfens nicht einfach ist, sieht man an Pentax, die diesen Weg weitgehend hinter sich haben (hoffe ich) und jetzt eine kleine Nische bedienen. Das wird vermutlich auch nicht ewig so gehen aber das wird man dann sehen müssen...


    Es ist, wie es ist. Der Massenmarkt wird vom Smartphone besetzt und das in immer besserer Qualität. Den Kameraherstellern bleiben nur die Profis und eine Gruppe der Amateure.


    Der Weg von der hohen Stückzahl zur hohen Marge ist ja aber auch längst beschritten. Noch einmal Pentax: doet kostet die neue APS-C-Kamera (K-3 III) rund 1700 Euro Marktpreis (ohne jetzt nachgesehen zu haben). Auch die ältere KP kostet mittlerweile über 1000,- Euro. Ich hatte die K10D und die K-5, aktuell die KP und habe für diese Kameras nie mehr als 800 Euro angelegt. Das Preisniveau hat sich den geringen Stückzahlen angepasst.

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  • Schon tragisch, wenn man vom Marktführer zum Schlusslicht der Branche wird - dafür muss aber auch mehr schief laufen, als die eine oder andere technische Entwicklung.


    Auch wen ich mich sicher nicht als Maß für den zukünftigen Kamera-Käufer sehe, muss ich aber auch sagen, dass mich dieser Markt insgesamt vermutlich verloren hat. Für mich sind die Entwicklungen in den letzten Jahren zu uninteressant, um auch nur an eine neue Kamera zu denken und ich wüsste auch nicht, was da kommen sollte, damit ich mir das nochmal überlege. Falls dann doch nochmal was auftauchen sollte, bin ich aber auch nicht der Kunde, der tausende von Euro für eine neue Kamera ausgeben würde - aber genau da hin geht ja der Trend.


    Ich wüsste nicht, wie wir da nochmal zusammenkommen können ;-)

    Yakumo Mega-Image 34 - Konica Minolta Dimage A200 - Konica Minolta Dynax 5D - Canon PowerShot G3 X

  • Hightech ist in den seltensten Fällen emotional.

    Wo Automobilhersteller als Ausnahme ihren PS- , Elektronik- und Assistentenmonstern noch (!) Brücken zur Tradition durch böse Blicke, Designzitate, aufgerissene Riesenmäuler und Soundengineering schlagen, ist das bei vielen Branchen und Produkten, speziell aus der Unterhaltungselektronik, längst Vergangenheit.

    Die meisten Fotogeräte sind doch nur noch seelenlose Software und virtuelle Funktionsvielfalt im Überfluss, mit endlosen, verschachtelten Nerd-Menüs, verpackt im Plastikkleid (selbst wenn ein halber Millimeter Aluminium oder Magnesium drum herum ist), haptisch unsexy und dominiert vom Rotstift.

    Viele Funktionen wie die teils grotesken Serienbildraten entbehren - Hand aufs Herz - jeglicher Sinnhaftigkeit für Otto und Ottilie Normalverbraucher.


    Ich bin seit rund 20 Jahren leidenschaftlicher (gut, in letzter Zeit etwas gebremster) Alltagsknipser mit Präferenz auf schräge Stilleben und dazu in der "Natur" unterwegs, oft abseits der Wege. Was bringt mir eine 42 MP.- Spiegellose mit 280 Personalisierungsoptionen und Tiergesichtserkennung :ugly: für Vorteile? Warum soll ich mit sowas rumlaufen (und anfassen), wo ich meine Bilder, so wie die meisten Knipser da draußen, nur für mich auf dem Rechner angucke oder vielleicht mal deutlich verkleinert auf Flickr zeige? Das wäre banaler, technologischer Overkill...

    Könnte ich im Frühling die "Route des Grandes Alpes" von Genf nach Nizza mit einem Wunschfahrzeug fahren, wäre dies ein Mercedes 280SL R107 aus den 80ern und kein Tesla oder iX sonstwas-BMW..


    Mich wundert in punkto Kameraweltmarkt nichts.

  • Ponti Doch, ich liebäugle immer mir schönen neuen Spielzeugen (da bin ich auch - zumindest teilweise - auf einem anderen Dampfer wie manolo ) und werde mir bestimmt über kurz oder lang wieder einen Nachfolger für die KP kaufen. Aber da ich vehementer Anhänger des optischen Suchers bin, wird meine Auswahl schmal und schmäler. Und der Gedanke meine mühsam zusammengestellte Objektivsammlung der Laune zu opfern, jetzt plötzlich einen Kleinbildsensor oder ein anderes Kameraabrikat zu 'brauchen' erscheint mir geradezu absurd. Von daher bin ch entspannt aber aufmerksam. Nicht, dass mir irgendwann die letzte Möglichkeit entgeht, noch ein Ersatzgerät für mein System zu ergattern...

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  • Na ja, die Glorifizierung des Alten funktioniert seit Jahrzehnten von Generation zu Generation ganz hervorragend.

    Je älter, desto größer der Anteil derer, die mit dem neuen "überflüssigen" Quatsch hadern und das Alte vergangene rühmen. Normales menschliches Verhalten, nicht selten sind es die Ikonen des frühen Erwachsenseins, die die größte Emotionalität auslösen. So tickt eben unsere Psyche...


    Hat aber mit dem Kameraweltmarkt wenig zu tun. Da ist das Smartphone für die Mehrheit gut genug für alles, was man privat fotografiert. Im Gegenteil, Otto und Ottilie wundern sich, warum die alte Kamera so matte Farben und Probleme mit Kontrasten hatte, wogegen die Bilder vom Smartphone fast immer top belichtet sind.


    Mir geht es ja selbst so, dass 95% der Bilder vom Telefon kommen. Erschreckend ist auch, dass selbst geübten langjährigen Amateurfotografen oftmals nicht klar ist, ob ein Bild vom Smartphone oder aus der FZ1000 kommt, wenn sie es am Monitor oder TV anschauen.

  • Seit der erschreckenden Erkenntnis daß es mir vor lauter Ersatzgeräten an einer Perspektive für ein Ersatzleben mangelt verfolge ich solche Strategien nicht mehr :ugly:

    :lol::daumenhoch:


    Vielleicht ruht meine sich verstärkende Unlust, mir neue Ausrüstung zu kaufen auch auf ähnlichen Fundamenten.

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  • Erschreckend ist auch, dass selbst geübten langjährigen Amateurfotografen oftmals nicht klar ist, ob ein Bild vom Smartphone oder aus der FZ1000 kommt, wenn sie es am Monitor oder TV anschauen.

    ich bin ja selbst bekennender Smartphoneograf. Letztes Jahr hab ich mein großes Buch-Projekt auf der Grundlage von bald 10 Jahre alten iPhone-Bildern realisiert (https://stefansenf.de/remaster…fuetzen-und-schattenseen/) und das Jahr davor einen ganzen Urlaub nur mit dem Smartphone fotografiert und noch vor Ort zu einem Urlaubsbbilderbuch verarbeitet, das älteren und 'professionelleren' Urlaubsbüchern im Ergebnis nicht nachsteht...



    ...und trotzdem: ich finde schon, dass man den Unterschied zwischen einem Smartphone-Bild und einem Bild aus der DSLR meistens sehen kann. Und zwar gerade daran, dass die Farben und die Dynamik anders sind. Inzwischen muss man vielleicht sagen: weniger dramatisch, weniger gefällig, weniger krass. Dafür spürt man vielleicht mehr Charakter des Objektivs (wenn es noch welchen hat) und die Struktur des Bildes ist stimmiger, homogener, echter.


    Aber: Heute habe ich einen Test der M11 gelesen. Der Autor begann bei der ersten Leica und der Reaktion der damaligen Profifotografen mit ihren Mittel- und großformatigen Kameras. Und es wies völlig zu Recht auf die Parallelen hin, wie heute (noch) Ab und zu über Smartphones gedacht und geredet wird.

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