Erfahrungen und Testberichte: Alternativen zu Lightroom

  • Ich weiß, es gibt den Sammelthread für RAW-Konverter. Ich habe aber den Eindruck gewonnen, dass sich da viel getan hat. Vielleicht können wir den Sammelthread später mit Ergebnissen von hier aktualisieren.


    Es zeichnet sich ab, dass es bald einige LR-Nutzer weniger geben könnte, da die neuen Versionen nur noch in Abo-Modellen angeboten werden. Der Markt an Alternativen ist groß geworden:


    Affinity, on1, Capture one, DxO, Luminar, ACDsee aber auch Lightzone und Darktable stehen neben Klassikern wie DCraw, RAW-Therapee und UFraw.


    Wer kann eigene Erfahrungen beisteuern oder kennt ordentliche Testberichte und Vergleiche?

    www.stefansenf.de
    Ich moderiere in grün, der Rest ist nur meine Meinung ;-)
    Ricoh Theta V | Pentax KP, 10-17, 18-300, 15, 21, 35, 55, 70 und Lensbaby | Samsung NX1000 und NX300 mit 16, 16-50, 20-50 und Altglas

  • Aktuell arbeite ich fast nur noch mit Darktable. Nach etwas Eingewöhnung flutscht es recht gut, und die Korrekturprofile für Objektive und die Kameraprofile für das Entrauschen sind schon angenehm.


    Lightzone ist allerdings auch nicht uninteressant. Zur Zeit bin ich gerade dabei, die Menüeinträge vollständig ins Deutsche zu übertragen. Man muss ja auch was beitragen.... Verwenden werde ich es allerdings intensiver erst wieder, wenn die Lensfun Bibliothek für Korrekturen an den Objektiven integriert ist.


    RawTherapee war bis vor Kurzem mein liebster Konverter, aber mir liegt das Handling von Darktable eher. Jedoch hat sich in letzter Zeit hier viel getan. Ein Blick lohnt sich sicher!

  • Persönlich bin ich mit Lightroom nicht schnell genug warm geworden um das Auslaufen der 30-Tage-Testversion sonderlich zu bedauern.


    Persönlich nutze ich für die Raws der Nikon D600 Capture NX-D (den Herstellerkonverter) und RawTherapee.


    Bei Capture NX-D schätze ich, dass man direkt bei den gleichen Einstellungen wie bei der Entwicklung innerhalb der Kamera beginnt. Die Software nutze ich für Bilder, bei denen ich wenig anpassen möchte, evtl. auch überhaupt nicht mehr weiterbearbeite (etwas drehen, zuschneiden, Kontraste, Helligkeit, Weißabgleich, fertig).


    RawTherapee nutze ich gelegentlich für Bilder, bei denen mir maximale Qualität wichtig ist. In Sachen Schärfe, Tiefenaufhellung und Lichterrettung ist RawTherapee ungeschlagen. Dafür beginnt man nicht beim Kameraoutput, sondern oft etwas darunter, muss mehr Arbeit investieren, um gute Ergebnisse zu erzielen, automatische Objektivkorrekturen gibt es nicht (aber viele Profile, die angewendet werden können). Um größere Mengen Bilder etwas zu optimieren finde ich RawTherapee eher ungeeignet. Dazu gibt es noch manche Einzelfälle (z.b. Sonnenuntergänge), bei denen das Startbild in Rawtherapee so weit von dem Bild aus der Kamera weg ist, dass ich lieber Capture NX-D nehme.

  • Zunächst mal finde ich den Thread hier eine sehr gute Idee und bin schon sehr gespannt auf den Input!
    (Bzw. ich werde langfristig auch selbst einiges beisteuern können, da ich vorhabe, die 30-Tage-Testzeiträume einiger Raw-Konverter voll auszuschöpfen... )


    Aber einen vollwertigen Ersatz für Lightroom zu finden wird sehr schwer, vermutlich sogar unmöglich, einfach weil LR so ungemein viele Funktionen gleichzeitig erfüllt:


    - Bild-Bibliothek (Verschlagwortung / Bewertung / Markierung)
    - schnelle Bearbeitung großer Bildmengen über Synchronisation und Nutzung von Presets in Verbindung mit Filterung nach ISO/Brennweite/etc.
    - weitgehende Möglichkeiten der Bildbearbeitung als solches, auch selektive Bearbeitung über Korrekturpinsel, Stempel, usw.
    - Integration von kameraspezifischen Farb-Profilen (zumindest der meisten etablierten Kameras)
    - Integration von Objektiv-Korrekturprofilen
    - usw.


    Es wird sicher möglich sein, für jeden dieser Teilbereiche gleichwertige bzw. auch bessere Programme zu finden. DxO ist bspw. sicher spitze wenn es um die Objektiv-Korrekturen geht, Capture One wenn es um Bildbearbeitung als solches geht, Capture NX-D ist sehr gut darin, die Nikon-Farben analog den ooc-jpegs darzustellen und bspw. auch die verwendeten Fokus-Punkte einzublenden. Aber momentan sehe ich da nur lauter Insel-Lösungen, keine Gesamt-Lösung.


    Und hinzu kommt noch, dass LR als Quasi-Standard auch als Plattform für zahlreiche weitere Programme dient. Bei mir sind zum einen die Nik-Filter angebunden und zum anderen habe ich vor geraumer Zeit auch ein Paket der VSCO-Film-Presets gekauft, das ich bis heute bei fast allen Portraits gerne anwende. Die sind von vornherein nur auf LR ausgelegt, allein die werden mir echt fehlen...


    Bei Capture NX-D schätze ich, dass man direkt bei den gleichen Einstellungen wie bei der Entwicklung innerhalb der Kamera beginnt.

    Ich denke, mit Capture NX-D werde ich es wohl auch als erstes versuchen, das habe ich mir seit Veröffentlichung ehrlich gesagt noch gar nicht wirklich näher angeschaut. Und wie es scheint, wird das Programm seit Einführung ja immerhin stetig weiterentwickelt und ausgebaut.


    Aber insgesamt sieht das für mich momentan einfach danach aus, als ob mein LR 5.7 erstmal noch eine ganze Weile weiter seinen Dienst verrichten muss...


    Mein Fazit: SO EIN MIST!
    Sorry, musste mal raus...

  • ...Der aktuell beste Konverter ist wohl Capture One. Ultragute Farben, super guter Quali in den Files und richtig flink. Der Farbeditor sucht seines Gleichen, die Hauttöne sind ungeschlagen. Diesbezüglich die Referenz-Software aktuell. Ist allerdings nicht so richtig übersichtlich, man brauch eine ganze Weile, um reinzukommen...

  • Quote

    Es ist frustrierend, denn ich fahre da momentan zweigleisig und zahle auch zweifach. Capture One liefert die besseren Ergebnisse, Lightroom ist vom Handling und Workflow besser. Momentan habe ich mich davon verabschiedet alles mit nur einer Software zu machen.

    ...Genau das Problem habe ich auch... .

  • Ich bin da ganz bei PhilippV3, und aus den genannten Gründen macht es für mich auch keinen Sinn momentan andere Programme zu testen.


    Nur überlege ich mir ob ich nicht noch von meiner Kaufversion 5 auf 6 upgrade, da mir der Umweg über den DNG Konverter seit mehr als einem Jahr, meine Canon 80D kennt die 5er Version nicht, einfach nur noch nervt, besonders dann wenn man hunderte bis tausende von Bilder vom letzten Urlaub konvertieren muss.

  • Ich verwende DPP - allerdings kann ich wegen guter Vorarbeit
    fast alles ohne größere Anpassungen direkt konvertieren.
    Bilder verwalte ich mit Thumbs Plus, und fertig.
    Für die Nikons habe ich damals Capture One 6 gekauft einmal auf
    8 aktualisiert und jetzt werde ich wohl noch mal auf 10 aktualisieren.
    Mitrechnen: 7 und 9 habe ich übersprungen. FCK CC!

  • Ich benutze Capture One Pro v8. Die Sony Version, die nur Sony RAW verarbeitet, gab es seinerzeit fuer 25 Euro ;-) . Fuer Sony Kameras gibt auch es eine gratis Express Version bzw. die Pro Version aktuell fuer 50 Euro plus Steuern.


    Hier gibt es einen Blogeintrag ueber verschiedene RAW Konverter. Sicher kein wissenschaftlicher Test, aber netter Vergleich der unterschiedlichen Eigenschaften der Konverter.


    Welcher RAW-Entwickler ist der richtige für meine Sony Kamera?

  • Ich habe mich seit geraumer Zeit mit ACDSee Ultimate (aktuell ACDSee Photo Studio Ultimate 2018) angefreundet und bin für meine Verhältnisse sehr zufrieden.
    Lightroom habe ich nie benutzt und kann es daher nicht vergleichen...vielleicht auch gut so. Für meine Bedürfnisse ist ACDSee völlig ausreichend, sowohl der RAW-Konverter als auch
    die Layer-taugliche Bildbearbeitung. Und organisieren und verwalten kann ich meine Bilder auch recht komfortabel. Testversion empfohlen!


    Gruß Willi

    "Es kann von keinem vernünftigen Menschen jeden Tag was Gescheites kommen." Hans Meyer

  • Was mich irritiert: ACDsee kennt sämtliche Samsung NX Modelle. Ausser der Galaxy NX. Und alle Pentax. Ausser der KP. Die KP ist noch Wunsch, die Galaxy ist Wirklichkeit. Blöd.


    DxO stellt sich ähnlich auf. Ich weiß nicht wie ACDsee unbekannte Kameras handhabt, DxO weigert sich jedenfalls komplett das File zu öffnen. Für mich ist DxO also schon wieder raus. Wobei das auch am Tempo liegt. Meine Bilder liegen nunmehr im WLAN. Daran hat sich Lightroom weit weniger gestört...

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  • ACADSEE erlaubt auch DNG -Dateien zu öffnen und zu bearbeiten. Einziger Nachteil bei diesem Format ist, dass die schnelle Bilderauswahl bei Ansicht sehr langsam daherkommt. Original RAW -Dateien hingegen werden zügig angezeigt, ich wähle immer aus den Nef -Dateien die guten aus, lösche den Ausschuss und konvertiere nach der Bearbeitung die Nef -Dateien zu DNG. Die sind platzsparend und qualitätsmässig kaum schlechter und lassen sich jederzeit wieder von ACADSEE bearbeiten.


    Gruß Willi

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  • Und wie es scheint, wird das Programm seit Einführung ja immerhin stetig weiterentwickelt und ausgebaut.

    Mein Eindruck ist, das man das Tool eher vorsichtig pflegt als wirklich weiterentwickelt. Einzelne neue Features gibt es mal bei einem größeren Versionssprung, der Großteil sind Bugfixes oder die Unterstützung neuer Kameramodelle.

  • Ich hatte die Testversion von Corel AfterShot Pro 3 getestet.
    Zur Zeit habe ich noch die Standart-Version (gab es Gratis) auf einem älteren PC installiert.
    Ein Upgrade von der Standard auf die Pro hätte mich ca. 23€ gekostet.
    Selbst das war es mir nicht wert.


    Inzwischen frage ich mich ob da noch überhaupt eine weitere Version kommt...
    Release Day von Corel AfterShot Pro 3 : 05/2016 ...

  • Inzwischen frage ich mich ob da noch überhaupt eine weitere Version kommt...
    Release Day von Corel AfterShot Pro 3 : 05/2016 ...

    Corel kriegt leider alles kaputt, auch Bibble.

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  • Habe mir gestern ON1 Photo Raw 2018 zum 30-Tage Test installiert und ein paar Stunden damit rumgespielt. Zwischenergebnis:
    - ganz andere "Denke" als in LR, aber nicht unlogisch. Man gewöhnt sich daran.
    - Algorithmen für Tiefenanhebung, Schärfen und Noise machen gute Arbeit. Kaum Grieseln oder Artefakte zu erkennen.
    - Sehr gut ausgebaut sind die Auswahl-Tools, mit denen man "lokale Anpassungen" aller Art vornehmen kann. Noch besser gelöst als in NIK.
    - Komplette Ebenen- und Maskentechnik im Tool vorhanden - kein Bedarf mehr, das in Photoshop zu machen.
    - Kein Katalog - man arbeitet direkt mit den Dateien wie im Explorer. Import entfällt.
    - Ich komme nach ein paar Anlaufschwierigkeiten auf Ergebnisse, die teilweise deutlich besser sind als was ich LR hingefummelt habe. Ist aber natürlich keine objektive Aussage, denn ich rede hier über BEARBEITETE Bilder - und es ist schwierig, in beiden Programmen genau die Regler zu finden, die ein vergleichbares Ergebnis zulassen. Vielleicht mache ich's in LR ja nur einfach falsch.


    Negativ fällt mir bislang auf:


    - Die Preview-Funktion ist Müll - man bekommt nicht annährend im Programm angezeigt, was nachher beim Export rauskommt. Das Vorschau-Bild wirkt verwaschen und nicht farbecht. Eine Full-Screen-Taste wie bei LR (F) gibt es nicht.


    - Die Export-Funktion (also z.B. Erzeugen eines JPG's mit allen Änderungen) läuft unfassbar langsam (würde mal sagen, so um den Faktor 10x länger als in LR!!). Eine größere Serie bearbeiteter Bilder im Batch zu exportieren, das muss man dann wohl vor dem Urlaub anwerfen ... Komischerweise funktioniert der "Quick Export" sehr viel flotter (wie der Name schon sagt) - dummerweise kann man da aber nicht fest einstellen, wie der Name der Zieldatei zusammengesetzt wird (also z.B. Filename_ON1). Für Massenexport also nicht verwendbar.


    Manchmal hängt die Export Funktion auch komplett. Man klickt drauf, sie wird kurz rot, und - es tut sich rein gar nichts. Komisch, das.


    Mit einem flotteren Massenexport wäre das Programm evtl. für mich eine Alternative zu LR; Stand-alone Version kostet faire EUR 119.- . Die Qualität des Outputs jedenfalls macht Laune. (Hautfarben habe ich selber allerdings noch nicht eingehend getestet.)


    Hat sonst jemand Erfahrung mit dem Programm?

  • Die Preview-Funktion ist Müll - man bekommt nicht annährend im Programm angezeigt, was nachher beim Export rauskommt. Das Vorschau-Bild wirkt verwaschen und nicht farbecht. Eine Full-Screen-Taste wie bei LR (F) gibt es nicht.

    Das ist allerdings eine dicke Kröte, die man da schlucken müsste.
    Ich stehe auf WYSIWYG oder wie das bei Fotos auch immer heißen mag.

    Von mir eingestellte Bilder dürfen bearbeitet und bei dft gezeigt werden.