*Wünsch dir ein User-Foto* - 2019

  • Ah, Mensch, bertram , die Dinge haben ihre Geschichten und meine ist echt lang. Und gerade wollte ich eine andere schreiben. Egal, der Reihe nach.


    1540. Böhmische Dörfer. Eins davon heisst Lesní Hluboké, auf Deutsch übersetzt: Tiefer Wald. Immerhin etwa 17 Anwesen. Und eine Dorfschönheit. Zwischen ihr und einem Pferdehändler (oder Handelsreisenden?) funkt es und die beiden versprechen sich ewige Liebe. Ihr Vater verspricht ihm die Hand seiner Tochter nur dann, wenn er weg fährt und innerhalb eines Jahres als reicher Mann zurück kommt.


    Deal gemacht, macht er sich auf den Weg nach Ungarn. Dort ist der Krieg gegen die Türken im vollen Gange und mancheiner hatte schon schnelles Geld gemacht. Ob er es geschafft hat, reich zu werden oder ist es der ihm versprochenen Braut gelungen, ihn zu benachrichtigen, dass ihr Vater sie doch einem anderen geben will, weiß man nicht. Als er zurück kam, war es jedenfalls schon zu spät: die Eheschließung wurde gerade in einer benachbarten Stadt vollzogen.


    Um sich zu rächen, findet er einen Komplizen, den er bezahlt und zusammen mit ihm legt er sich an dieser Kreuzung auf die Lauer und wartet auf die Hochzeitsgemeinde. Und als die Ahnungslosen kamen, wurden sie von den beiden erschossen. Alle. Auch die Braut, was nicht vorgesehen war. Ob der Söldner eine schlechte Flinte hatte, ein schlechter Schütze war oder seine Besoldung schlecht war, egal, er musste dann auf der Stelle auch seine Kugel kriegen. Ob er zurückgeschossen hatte oder sich unser "Held" selbst das Leben nahm, wissen wir auch nicht.


    Auf jeden Fall wurden dort neun Leichen begraben: die Braut in der Mitte, ihr Vater, der Bräutigam, der Trauzeuge, noch eine Frau (Mutter?), zwei Brautjungfern und die beiden Täter. Seit fast 500 Jahren werden die Kreuze, wenn sie verfaulen, ersetzt. Das Kreuz an der letzten Stelle (ganz links auf dem Foto) gammelt immer am schnellsten.



    Das Ganze befindet sich neben einer Autobahnausfahrt an der tschechischen A1 unweit von Brno. Diese Straße war lange Zeit als "Straße des Todes" bekannt, da dort überdurchschnittlich viele Unfälle passierten, oft mit unklaren Ursachen. Einige Autofahrer berichteten darüber, dass eine Frau in Weiß auf der Autobanbrücke erscheint oder mitten auf der Straße oder, manche andere, dass irgendwelche schwarzen Flügel über ihre Windschutzscheibe herunterglitten und sie das in Panik versetzte.


    Ich kann euch aber versichern, dass man im Hotel nebenan gut übernachten und ganz schön tief schlafen kann. Wenigstens wenn man die Geschichte noch nicht kennt...

  • Für das Thema musste ich dann eben doch noch mal vor die Türe und einen kleinen Spaziergang machen - Kreuze und Heiligenfiguren gehören nicht in mein normales Beuteschema. Zum Glück gibt es nicht all zu weit von hier diese Marienfigur - ich habe im Netz allerdings genau nichts dazu gefunden.


    Schöne Grüße

    Stefan

  • Vielen Dank für die vielen und vielfältigen Beiträge!

    Sehr spannend zu lesen ist die Geschichte von daex.

    Nicht verstanden habe ich den Beitrag von Willi. (??)

    Fotografisch am meisten angesprochen haben mich die Bilder von Subjektiv, aeirich, Bonobo, blaues braunrotgrau, Chipbelichter und 11er.

    Chipbelichter mach weiter, in deinem Bild spürt man förmlich die Notwendigkeit, sein Schicksal irgendwo geborgen zu wissen.

  • Nicht verstanden habe ich den Beitrag von Willi. (??)

    Nun, mit ein wenig Phantasie kann man erkennen, dass die Äste so ineinander verkeilt sind, dass sich das eine oder andere Kreuz ergibt.

    Und da ich den Ostseestrand als Teil unserer Natur empfinde.....Kreuze in der Natur! ;-)


    lg willi

    "Es kann von keinem vernünftigen Menschen jeden Tag was Gescheites kommen." Hans Meyer

  • Vielen Dank für die Ehre.

    Das Foto kam mir sofort in den Sinn, da es erst vor einer Woche entstanden ist.


    Ich kenne Orte, an denen ich mich sofort an meine Kinder- und Jugendzeit erinnere. Manche haben sich auch kaum verändert. Kennt ihr das auch? Das neue Thema deshalb:


    (M)ein altbekannter Ort.

  • Allmenbachfall in Kandersteg, Berner Oberland


    Im kleineren Kindesalter hatte ich mehrfach mit Eltern und Geschwister dort Urlaube verbracht.


    Der Blick aus dem Fenster der Ferienwohnung auf den unteren Teil des Wasserfalls (das herabstürzende Wasser unterhalb des Felsabbruchs) hat sich derart in mein Gedächtnis eingebrannt, dass dieses Bild zum Prototyp, oder auf neudeutsch auch zur "Mutter" aller Wasserfälle für mich wurde: So muss es aussehen!


    Alles was dann hinterher kam, Niagarafälle, Yosemite oder was auch immer, muss diesem Vergleich standhalten ist letztlich dagegen "Peanuts". Und ich suche diesen Ort sehr gerne immer wieder auf...


    lg, Achim

    (Von mir eingestellte Bilder dürfen grundsätzlich bearbeitet und bei DFT gezeigt werden.)

  • ...hier habe ich einen Großteil meiner Freizeit als Kind und Jugendlicher verbracht. Das alte Bootshaus wurde später um die angrenzende Sporthalle erweitert und bot uns Jugendlichen alles, was das Sportlerherz begehrt.

    Heute ist es wiederum ein Zentrum meines Daseins als aktives Vereinsmitglied des Kanuvereins. Einmal in der Woche ist Vereinsabend in der

    auf dem Gelände befindlichen Gaststätte, wo wir in Erinnerungen schwelgen und gemeinsam die anstehenden Events planen.

    Der Geruch des Wassers, von Kunstharz und Härter (zum Flicken der Boote) - das alles erinnert mich an meine wunderschöne Kindheit.


    "Es kann von keinem vernünftigen Menschen jeden Tag was Gescheites kommen." Hans Meyer

  • Als ich in Zagreb auf's Gymnasium ging, fuhr ich jeden Tag mit dieser Straßenbahn zur Schule. Die Aufnahme habe ich bei einer verregneten Museumsnacht etwa 35 Jahre später gemacht, als man wieder einmal mit den alten Wagen fahren durfte. Großenteils dieselbe Strecke, dieselbe Hitze unter dem Sitz, das gleiche Rückeln, der Geruch von damals, an jeder Ecke eine Erinnerung...